4. August 1999 - Todestag des Dressurreiterin Liselott Linsenhoff

1973 gewinnt Liselott Linsenhoff auf ihrem Pferd Piaff den Grand Prix de Dressage

4. August 1999 - Todestag des Dressurreiterin Liselott Linsenhoff

Aufrechter und stolzer als sie könne man nicht auf einem Pferd sitzen, sagen Menschen, die Liselott Linsenhoff haben reiten sehen.

"Meine Mutter hat alles aufgehoben: ihre Handschuhe, ihren Zylinder, den Frack. Sie war abergläubisch. Wenn sie Prüfungen ritt, hatte sie immer Handschuhe an, die schon mal etwas Gutes gemacht hatten. Sie sagte: Die haben schon mal gewonnen, die nehme ich!", erinnert sich ihre Tochter Ann Kathrin Linsenhoff, die selbst eine Karriere als erfolgreiche Dressurreiterin gemacht hat.

Liselott Linsenhoff, Dressurreiterin (Todestag 02.08.1999)

WDR 2 Stichtag 04.08.2019 04:15 Min. Verfügbar bis 01.08.2029 WDR 2

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Unterricht beim Reitmeister des letzten Kaisers

Liselott Linsenhoff auf ihrem Pferd Piaff im Jahr 1973

Linsenhoff 1973 auf Piaff

Liselott Linsenhoff wird 1927 in Frankfurt am Main geboren. Ihr Vater, ein gelernter Kaufmann, baut eine Firma für Tachometer auf und macht damit ein Vermögen. In seiner Freizeit züchtet er Vollblüter und seine Tochter Liselott übernimmt seine Pferdeliebe. "Er hat sie so gefördert, weil sie die einzige Tochter war. Und ich glaube, er hat sie sehr geliebt", sagt Ann Kathrin Linsenhoff.

Liselott Linsenhoff entdeckt den Dressursport für sich, und ihr Vater holt einen besonderen Trainer nach Kronberg im Taunus: Otto Lörke, den ostpreußischen Sattelmeister des letzten Kaisers. "Er war bekannt dafür, Pferde und Reiter ganz sensibel und fein auszubilden", sagt Ann Kathrin Linsenhoff.

Otto Lörke bringt seine bis in höchste Lektionen ausgebildeten Dressurpferde mit in den Taunus. Auf seinem Pferd Adolar gewinnt Liselott Linsenhoff bei den Olympischen Reiterspielen 1956 in Stockholm die Bronzemedaille im Einzel, außerdem Mannschaftssilber. Bei den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko-Stadt holt Liselott Linsenhoff schließlich mit der Mannschaft Gold.

Ihr Hengst Piaff trägt sie zum Erfolg

Ihren größten Erfolg aber hat Linsenhoff 1972 in München: Als erste Frau gewinnt die damals 45-Jährige eine olympische Goldmedaille im Einzelwettbewerb und mit der Mannschaft Silber. Ihr Hengst Piaff trägt sie zu diesen Erfolgen.

"Meine Mutter ritt nie viele Pferde. Vielleicht noch ein zweites. Aber sie hatte immer dieses eine besondere Pferd und das liebte sie", erinnert sich Ann Kathrin Linsenhoff.

1975 muss Liselott Linsenhoff den Reitsport aufgeben, wird mehrere Male an der Halswirbelsäule operiert. "Ich habe die Schmerzen noch miterlebt, sie waren dramatisch. Sie war nur noch wenig im Stall. Es fiel ihr schwer", sagt ihre Tochter.

Am 4. August 1999 stirbt Liselott Linsenhoff kurz vor ihrem 72. Geburtstag. "Meine Mutter war ein Kumpel: burschikos, lustig – und sie konnte feiern. Alle mochten sie", sagt Ann Kathrin Linsenhoff.

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