5. April 2008 - Charlton Heston stirbt in Beverly Hills

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5. April 2008 - Charlton Heston stirbt in Beverly Hills

Mit einem Gesicht wie von Michelangelo gemeißelt, einer stattlichen Größe und einem imposanten Brustkorb wird Charlton Heston in den 1950er Jahren zur ersten Wahl für die Besetzung von Leinwandhelden aller Art. "Für pure Stärke gebaut, ist er ein Archetypus dessen, was Amerikaner gewinnen lässt", erklärt die New Yorker Filmexpertin Pauline Kael.

Heston liefert als Ben Hur das wohl spektakulärste Wagenrennen der Filmgeschichte. Als Moses teilt er mit erhobenen Armen und donnernder Stimme das Rote Meer, er ist der Astronaut, der auf dem "Planet der Affen" strandet. Der Hüne ist wahlweise Hollywoods Retter der Menschheit oder ihr letzter Überlebender - auch wenn seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Kritikern umstritten sind.

Charlton Heston, US-Schauspieler (Todestag 05.04.2008)

WDR 2 Stichtag | 05.04.2018 | 04:10 Min.

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Jugendjahre in der Provinz

Geboren wurde Charlton Heston am 4. Oktober 1923 in Illinois. Als er aus der Provinz nach Chicago ziehen muss, fühlt er sich zunächst unter den reicheren, gewandteren Mitschülern einsam – bis er in der Schule seine Liebe zum Theaterspielen entdeckt und Schauspiel studiert.

Nach mühsamen Anfängen gelingt Heston 1952 in Cecil B. DeMilles Zirkusfilm "Die größte Schau der Welt" der Durchbruch. Hollywood versucht gerade mit bombastischen Geschichtsepen gegen die aufkommende Konkurrenz des Fernsehens anzukämpfen und braucht starke Männer wie ihn. Mit 33 Jahren wird er als Moses in "Die Zehn Gebote" weltberühmt.

Charlton Heston als Galeerensträgling Judah Ben Hur in einer Szene aus dem Film "Ben Hur"

Als Ben Hur bekommt Heston einen Oscar

Heston gefallen die historischen Rollen: "Sie sind interessante Männer, sie sind komplizierter als der Rest von uns." Dennoch hat der Schauspieler ein ambivalentes Verhältnis zu seiner Arbeit: "Du verdienst damit deinen Lebensunterhalt, aber es ist kein Spaß." 

Vom Demokraten zum Waffenlobbyisten

Auch privat fühlt sich Heston zum Führen berufen und engagiert sich politisch. Er nimmt als einer der wenigen Hollywood-Stars an Martin Luther Kings Marsch auf Washington teil. "Das ist einer der stolzesten Momente meines Lebens", sagt Heston später.

Dann dreht sich seine Einstellung. Der Schauspieler schließt sich den Republikanern an und wird 1998 Präsident der umstrittenen Waffenlobby NRA. Im Alter erkrankt Charlton Heston an Alzheimer und stirbt am 5. April 2008 in seinem Haus in Beverly Hills.

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Stichtag am 06.04.2018: Vor 75 Jahren: "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry erscheint.

Stand: 05.04.2018, 00:00