21. September 1520 - Thronbesteigung von Süleyman dem Prächtigen

Sultan Süleyman der Prächtige

21. September 1520 - Thronbesteigung von Süleyman dem Prächtigen

1520 wird der Habsburger Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Zur gleichen Zeit verbrennt Martin Luther in Wittenberg den gegen ihn erlassenen päpstlichen Bannbrief. Der Hass zwischen Protestanten und Katholiken verschärft die Kriege, die Karl V. und sein Bruder Ferdinand, Erzherzog von Österreich, gegen Frankreich und England um die Hegemonie in Europa führen.

Die Kriege im Westen binden die Kräfte der Habsburger und erschweren ihnen die Verteidigung der Ostgrenzen und den Erhalt ihres Machtanspruchs in Ungarn. Als Frankreich ein taktisches Bündnis mit den Osmanen eingeht, rückt ein Herrscher in den Brennpunkt der europäischen Politik: Süleyman I., genannt "der Prächtige", geboren um 1495 in Trabzon. Am 21. September 1520 besteigt er als zehnter Sultan des Osmanischen Reichs den Thron.

Süleyman der Prächtige besteigt den Thron (am 21.09.1520)

WDR 2 Stichtag 21.09.2020 04:17 Min. Verfügbar bis 19.09.2030 WDR 2

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Religionskriege in West und Ost

Mit seinem Sieg in der Schlacht bei Mohács erobert Süleyman 1526 den größten Teil Ungarns. Die Grenze zum osmanischen Reich ist nun nur noch 150 Kilometer von Wien entfernt. Drei Jahre später stößt der Sultan, der die meisten seiner Feldzüge persönlich anführt, mit 120.000 Soldaten auf Wien vor.

Bei der Belagerung sterben binnen drei Wochen 40.000 Osmanen. Obwohl sich Süleyman zurückziehen muss, hinterlässt er ein von Panik vor der "Türkengefahr" geschütteltes Europa.

Wie das Abendland, so wird auch Süleymans Reich von religiösen Zwistigkeiten zwischen Sunniten und Schiiten beherrscht. Als erster Sultan instrumentalisiert Süleyman die gegenseitige Verteufelung. So leitet er die massive Verfolgung der schiitischen Aleviten in Ostanatoliens ein, zu der der türkische Staat noch heute ein gespaltenes Verhältnis hat.

Längstes Sultanat der Geschichte

Unter Süleyman erhält das osmanische Reich seine weiteste Ausdehnung. Im Inneren ordnet er es durch ein System von Gesetzen. Als Bauherr lässt er Hunderte Brücken und jenes Leitungsnetz errichten, das Istanbul noch im 20. Jahrhundert mit Trinkwasser versorgt. Die Moscheen, Kuppeln und Minarette der Süleyman-Zeit prägen bis heute das Gesicht der Bosporus-Metropole.

Als Dichter, der selbst über 3.500 Gedichte schreibt, fördert Süleyman die Entwicklung der osmanischen Literatur wie kein anderer Sultan. Länger als jeder andere Sultan beherrscht er das Osmanische Reich. Noch im hohen Alter von 70 Jahren führt Süleyman ein Heer nach Ungarn. Dort stirbt er 1566 während der Belagerung von Szigetvár.

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Stand: 21.09.2020, 00:00