18. Februar 1979 - Schnee in der Sahara

Schnee in der Sahara am 17.01.2018

18. Februar 1979 - Schnee in der Sahara

Der Winter 1978/1979 ist ein Ausnahmeereignis: Nach milden Weihnachtstagen sorgt in Norddeutschland ein Schneesturm zum Jahreswechsel für meterhohe Verwehungen. Autos und Züge bleiben stecken. Dörfer werden von der Außenwelt abgeschnitten. Die Stromversorgung bricht zusammen. Mitte Februar folgt ein zweiter Sturm mit ähnlichen Auswirkungen.

Auch im Rest des Landes ist die Situation prekär: "In weiten Teilen des Westens und des Südwestens verwandelte Eisregen die Straßen in spiegelglatte Flächen", meldet die Tagesschau-Sprecherin Dagmar Berghoff am 18. Februar 1979. "Nahezu alle europäischen Länder kämpfen an diesem Wochenende gegen Schnee, Frost und Sturm."

Erstmals Schnee in der Sahara (am 18.02.1979)

WDR 2 Stichtag 18.02.2019 03:49 Min. WDR 2

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Festgefrorene Schiffe

In der Fußball-Bundesliga fallen reihenweise Spiele aus. An der Kieler Außenförde sind Schiffe im Packeis eingeschlossen. An der nordamerikanischen Ostküste herrscht ebenfalls Schneealarm: Über mehrere US-Bundesstaaten fegen Schneestürme hinweg und legen das öffentliche Leben praktisch lahm.

In den Höhen der Sahara

"Sogar in der Wüste Sahara schneit es", teilt Tagesschau-Sprecherin Berghoff am 18. Februar 1979 mit. An den beiden Tage zuvor ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein Schnee bringendes Tief über der Sahara unterwegs gewesen.

Der Schnee fiel in einer hoch gelegenen Gegend von Algerien: in Ain Sefra auf einer Höhe von mehr als 1.000 Metern über dem Meeresspiegel. Das ist dort, wo sich Sahara und Atlasgebirge treffen.

Kaltluft von Russland

"Wir hatten damals eine Luftströmung, die ging von Nord-Russland über Deutschland über Spanien bis runter in die Sahara", sagt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. Dort habe sich ein Tief gebildet und für "große Niederschlagssummen" gesorgt, die in größeren Bereichen der Sahara als Schnee niedergegangen seien.

So etwas passiere immer mal wieder, so Friedrich, wahrscheinlich auch schon vor 1979. Geschneit hat es in der Sahara zum Beispiel auch 2005, 2012 und im Winter 2016/2017. Im Januar 2018 fielen laut ESA-Angaben sogar bis zu 40 Zentimeter Schnee.

Kurzes Phänomen

Doch Schnee in der Sahara ist laut DWD-Experte Friedrich jeweils "nur ein vorübergehendes Event". Nach dem Abzug der Tiefs sei die "Schneedecke meistens innerhalb von wenigen Tagen wieder verschwunden".

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Stand: 18.02.2019, 00:00