11. Mai 1904 - Geburtstag des Surrealisten Salvador Dalí

Schwarzweiß-Porträt von Salvador Dalí mit gezwirbeltem Schnurrbart und verdrehten Augen.

11. Mai 1904 - Geburtstag des Surrealisten Salvador Dalí

1921 stirbt Salvador Dalís geliebte Mutter. Um das Unglück zu kompensieren, beginnt der 16-Jährige zu malen. Sein zweites Trauma aber fußt auf einem Ereignis genau neun Monate vor seiner eigenen Geburt. Da nämlich stirbt der ebenfalls Salvador genannte Bruder. Zeitlebens wird sich Dalí als Ersatz des Erstgeborenen fühlen. Der erste Salvador wird zum bedrohlichen Doppelgänger, der letztlich mit dem Maler verschmilzt: so auf "La gare de Perpignan" (1965), einem von Dalís Hauptwerken.

Auf dem Großgemälde ist auch das Bauernpaar aus Jean-François Millets "Das Abendläuten" (1858) zu sehen, das Dalí in Hunderten seiner Bilder erscheinen lässt. Für ihn senken Bauer und Bäuerin den Kopf in Trauer: Wie die eigenen Eltern, so hat auch das Bauernpaar einen Sohn verloren, glaubt er – ein Beispiel für jenes vernetzende Denken, das vielen Surrealisten eigen ist.

Salvador Dali, spanischer Maler (Geburtstag 11.05.1904)

WDR 2 Stichtag 11.05.2019 04:14 Min. WDR 2

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Mutterersatz Gala

Geboren wird Dalí am 11. Mai 1904 als Sohn eines Notars in Figueres. 1922 schickt ihn sein Vater auf die Kunstakademie in Madrid. Dort ist Dalí der Außenseiter; Freunde gewinnt er allein durch seine Malerei. Hierzu gehören der Dichter Federico García Lorca und der Filmemacher Luis Buñuel. Mit ihnen dreht Dalí die Filme "Der andalusische Hund" (1929) und "Das goldene Zeitalter" (1930), die heute als Meisterwerke des Surrealismus gelten.

Im Kreis der Surrealisten begegnet Dalí auch der zehn Jahre älteren Gala, die er dem Dichter Paul Éluard ausspannt. Von nun an wird Gala Mutterersatz, Managerin und Muse für ihn sein. Sie nennt ihn ihren kleinen Jungen – und nimmt sein Leben fortan in die Hand.

Irrsinn und Genie als Image

In der Folge findet Dalí zu seinem unverwechselbaren Stil. Die fließenden weichen Uhren entstehen, die brennenden Giraffen und Schubladenkörper, in denen die Figuren scheinbar das Unterbewusste offenbaren wollen.

Nach Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs 1936 fliehen Gala und Dalí, reisen durch Europa, später in die USA. Dort arbeitet Dalí für Filmgrößen wie Alfred Hitchcock oder Walt Disney und kreiert mit Zwirbelschnurrbart, weit aufgerissenen Augen, langen Gewändern und Stöcken mit Goldknauf jenes bizarre, überdrehte und bis zum vermeintlichen Irrsinn übersteigerte Bild, das die Öffentlichkeit bis heute in Erinnerung hat.

1948 kehrt Dalí nach Spanien zurück. 1982, nach 52 gemeinsamen Jahren, stirbt Gala. Ihr Tod macht aus Dalí einen gebrochenen Mann. In der Folge macht er Geld nicht zuletzt dadurch, dass er leere Leinwände signiert. Er selbst stirbt 1989 in Figueres.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am11. Mai 2019 ebenfalls an Salvador Dalí. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 11.05.2019, 00:00