28. April 1789 - Meuterei auf der "Bounty" bricht aus

Zeitgenössisches Gemälde: Kapitän und Offiziere der "Bounty" werden von Meuterern in einem Boot ausgesetzt, 1789

28. April 1789 - Meuterei auf der "Bounty" bricht aus

Mit nur 30 Metern Länge ist die "Bounty" eins der kleinsten Schiffe der britischen Admiralität. Umgebaut zu einem segelnden Treibhaus, bricht der ehemalige Kohlefrachter im Dezember 1788 nach Tahiti auf, um von dort Brotbaum-Setzlinge in die Karibik zu schaffen. Deren Früchte sollen hungernde Sklaven auf den Plantagen der Insel Jamaika ernähren.

Die Meuterei auf der Bounty beginnt (am 28.04.1789)

WDR 2 Stichtag 28.04.2019 04:15 Min. Verfügbar bis 25.04.2029 WDR 2

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Das Kommando an Bord hat der 33-jährige Lieutenant William Bligh, ein exzellenter Navigator, der bereits mit Kapitän James Cook die Südsee erkundet hat. Mehrere Hollywood-Epen stempeln ihn später als sadistischen Despoten ab. Der historische Bligh ist zwar sehr ehrgeizig, zugleich aber ein human und fortschrittlich denkender Kommandeur.     

Fletcher Christian führt Meuterer an

Auf der engen "Bounty" muss Bligh über 40 Mann Besatzung in Disziplin halten; es kommt zu ersten Konflikten. Mehrere Wochen später als geplant, erreicht er im Oktober 1788 Tahiti. Die keimenden Brotbaumsamen, Winde und Strömungen erzwingen nun eine sechsmonatige Pause bei den gastfreundlichen Polynesiern.

Die Mannschaft genießt das paradiesische Südseeleben, vor allem die Offenherzigkeit der Tahitianerinnen. Einige Männer, unter ihnen der 2. Offizier Fletcher Christian, gehen feste Beziehungen ein; andere versuchen zu desertieren. Anfang April 1789 sticht die "Bounty" mit 1.000 Baumablegern in Blumentöpfen wieder in See.

Die Platznot auf dem überfüllten Schiff heizt die Konflikte an Bord an. Mehrfach gerät Bligh mit dem stolzen Fletcher Christian aneinander. Am 28. April 1789 schlagen sich 21 Männer auf die Seite des 24-Jährigen und meutern gegen den Kommandanten. Bligh und seine Getreuen müssen ein Beiboot besteigen und werden ihrem Schicksal überlassen. Die "Bounty" segelt unter Christians Kommando zurück nach Tahiti.

Flucht nach Pitcairn

William Bligh gelingt das Kunststück, binnen 48 Tagen nach Timor zu navigieren; alle Männer kehren lebend heim. Nach Blighs Rapport über die Meuterei schickt die Admiralität 1791 eine Strafexpedition nach Tahiti und nimmt mehrere Besatzungsmitglieder fest. Drei von ihnen werden in London hingerichtet.

Fletcher Christian ist mit acht Mitmeuterern und einigen tahitianischen Frauen und Männern zur unbesiedelten Insel Pitcairn weitergesegelt. Dort verbrennen sie die "Bounty". Glücklich werden die Neusiedler nicht. Es kommt zu blutigen Fehden, und Christian wird bereits nach zwei Jahren ermordet. 1800 lebt nur noch der Meuterer John Adams. Mit zehn Frauen und 23 Kindern wird er zum Stammvater der heutigen Pitcairner.

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Stand: 28.04.2019, 00:00