7. Dezember 43 vor Christus - Marcus Tullius Cicero wird ermordet

Marcus Tullius Cicero, römischer Redner, Politiker, Schriftsteller (Gipsabguss einer Originalstatue)

7. Dezember 43 vor Christus - Marcus Tullius Cicero wird ermordet

"Cicero lebt und wird leben im Gedächtnis aller Zeiten, solange diese Welt besteht." Die Voraussage des Historikers Velleius Paterculus aus der Antike gilt bis heute. Auch nach über 2.000 Jahren ist der römische Politiker, Schriftsteller und Redner Marcus Tullius Cicero fast so bekannt wie Gaius Julius Caesar.

Geboren wird Cicero am 3. Januar 106 vor Christus in Arpinum in Mittelitalien. Als Sohn eines römischen Ritters studiert er altrömische Literatur und griechische Philosophie sowie Rhetorik. "Er war ein Aufsteiger in die politische Klasse der späten Republik", sagt der Kölner Althistoriker Karl-Joachim Hölkeskamp.

Cicero, röm. Politiker (Todestag 43 v. Chr.)

WDR 2 Stichtag | 07.12.2018 | 04:07 Min.

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Konsul in Rom

Obwohl Cicero keinerlei militärische Erfahrung hat, macht er Karriere. Erste Erfolge hat er als Anwalt in Rom. Spätestens mit Mitte 30 gilt er als bester Redner der Stadt. Mit nur 43 Jahren wird Cicero Konsul in Rom und erreicht damit das höchste Amt der Römischen Republik.

"Er war natürlich sehr stolz darauf, als Neuling in den republikanischen Amtsadel bis zu den höchsten Ehren aufgestiegen zu sein", so Professor Hölkeskamp. "Davon redete er dann den Rest seines Lebens."

Selbstlob sorgt für Ablehnung

Schon der antike Historiker Plutarch notiert über Cicero: "Er machte sich bei vielen verhasst, weil er sich immerfort selbst lobte und rühmte." Am Ende habe er auch seine Bücher mit diesen Lobpreisungen der eigenen Person gefüllt.

Das führt laut Althistoriker Hölkeskamp zu einer "notorischen Selbstüberschätzung hinsichtlich seines politischen Einlusses". Zwar kann Cicero, ein überzeugter Anhänger der Republik, als Konsul die Alleinherrschaft des Senators Lucius Sergius Catilina im Jahr 63 vor Christus durch vier Reden verhindern. Doch gegen den Aufstieg Caesar zum Diktator ist er machtlos.

Platz eins der Todesliste

Nach der Ermordung Caesars, an der Cicero nicht beteiligt ist, tritt dieser vergeblich für die Wiederherstellung der Senatsherrschaft ein. Gespickt mit üblen Schmähungen wettert Cicero mit 14 Reden gegen Marcus Antonius, der Caesars Erbe antreten will. Dafür landet Cicero auf Platz eins der Todesliste von Antonius.

Cicero will nach Griechenland fliehen. Das Schiff wartet schon an der Küste. Doch die Schergen von Marcus Antonius holen ihn am 7. Dezember 43 vor Christus südöstlich von Rom bei Formiae ein. "Sein Kopf und seine Hände wurden abgeschlagen", sagt Hölkeskamp. Anschließend seien die Körperteile auf jener Rednertribüne zur Schau gestellt worden, von der Cicero zuvor Antonius angegriffen habe.

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