21. Mai 1690 - John Eliot stirbt in Roxbury

John Eliot, britischer Missionar und "Indianer-Apostel"

21. Mai 1690 - John Eliot stirbt in Roxbury

1631 verlässt der Geistliche John Eliot England. An Bord eines Segelschiffs überquert er den Atlantik und erreicht nach rund zwölf Wochen Boston an der Ostküste jenes Landes, das einmal die USA werden soll.

Eliot gehört zur puritanischen Bewegung, einer strengen Variante des Calvinismus, die sich in England im Konflikt mit der anglikanischen Staatskirche befindet. Die ersten puritanischen Pilgerväter haben sich bereits 1620 mit der "Mayflower" nach Neu-England abgesetzt.

Heiden missionieren

Kurz nach seiner Ankunft übernimmt Eliot eine eigene Pfarrei in Roxbury, heute ein Stadtteil Bostons. Ein paar Meilen entfernt trifft er erstmals auf amerikanische Ureinwohner. Sie gehören zu den Stämmen der Algonquins, die sesshaft sind und Ackerbau betreiben.

Eliots Auftrag lautet: christliche Missionierung dieser Heiden. Anders als spätere Missionare im 18. und 19. Jahrhundert sieht er in den Ureinwohnern aber nicht Wilde, die notfalls mit Gewalt zwangsbeglückt werden sollen.

John Eliot, Missionar (Todestag 21.05.1690)

WDR 2 Stichtag 21.05.2020 04:16 Min. Verfügbar bis 19.05.2030 WDR 2

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Bibel übersetzt

Für Eliot sind die Indianer Völker mit komplexen Kulturen, von denen er lernen kann. Deshalb eignet er sich deren lokale Sprache an und übersetzt auch die Bibel in die Sprache der Algonquin. Sie erscheint 1663 in kleiner Auflage. Es ist das erste Buch, das auf dem amerikanischen Kontinent gedruckt wird.

Eliot gründet zudem 14 sogenannte Praying Towns. In diesen Siedlungen, gebaut nach dem Vorbild englischer Dörfer, leben, arbeiten und beten Indianer gemeinsam - unter der Leitung eines Missionars.

Aufstand der Ureinwohner

Die Bet-Gemeinden sollen die ausgezehrten Indianer-Gemeinschaften stärken. Sie sind schutzlos Krankheiten wie Grippe, Masern und Pocken ausgeliefert, die die weißen Siedler eingeschleppt haben. Zudem sind sie abhängig vom Handel mit den Europäern.

In den 1670er Jahren verschärft sich die Lage: Immer mehr weiße Siedler beanspruchen immer mehr Land. Der Indianerhäuptling Metacomet (genannt auch King Philip) schmiedet ein Bündnis für einen Aufstand. Es folgt eine Serie von Scharmützeln: Beim sogenannten King Philip's War sterben 3.000 Indianer und 800 Siedler.

"Apostel der Indianer"

Die Niederlage für die Indianer bedeutet auch eine Niederlage für den Indianer-Missionar, der versucht hat zu vermitteln. Die besiegten Stämme werden als Sklaven in die Karibik verkauft und die Praying Towns - als mögliche Widerstandszentren - aufgelöst.

"John Eliot, Apostel der Indianer", heißt es auf dem Grabstein, den ihm seine Gemeinde in Roxbury setzt, als er mit 85 Jahren am 21. Mai 1690 stirbt.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 21. Mai 2020 ebenfalls an John Eliot. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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