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28. August 1919 - Gründung der Internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA

Stand: 28.08.2019, 00:00 Uhr

In Weimar beginnt die gerade gewählte deutsche Nationalversammlung Anfang Februar 1919 die Verfassung der neuen Republik zu erarbeiten. Briefe und Zeitungen aus Berlin werden mit einem Doppeldecker der Deutschen Luft-Reederei zum Tagungsort befördert.

Gründung der IATA, int. Luftverkehrsvereinigung (am 28.08.1919)

WDR 2 Stichtag 28.08.2019 04:15 Min. Verfügbar bis 25.08.2029 WDR 2


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Damit eröffnet der Vorläufer der späteren Lufthansa die erste Luftpost-Linie der Welt. Zwei Tage später reisen 14 Passagiere mit dem ersten Linienflug der Luftfahrtgeschichte von Paris nach London. Die Kommerzialisierung der Fliegerei beginnt. In den folgenden Monaten entstehen überall in Europa und Amerika neue Fluggesellschaften.

Staatliches Abkommen ohne Deutschland

Nur ein Jahr nach dem Ersten Weltkrieg bedeutet Fliegen nun, in der Luft Grenzen und bald auch Kontinente zu überwinden. Das macht es dringend erforderlich, das Buchungswesen der Fluglinien zu vereinheitlichen, ebenso wie die Sicherheitsvorschriften an Bord und die Frachtlogistik - möglichst an jedem Flughafen der Erde.

Deshalb gründen die Fluggesellschaften am 28. August 1919, knapp 16 Jahre nach dem Pionierflug der Gebrüder Wright, in Den Haag die "International Air Traffic Association" (IATA). Auch die Deutsche Luft-Reederei wird Mitglied der IATA. Als Sitz des Branchen-Dachverbands einigt man sich auf das kanadische Montreal.

Noch im selben Jahr beschließen 26 Teilnehmerstaaten der Pariser Friedenskonferenz das Luftfahrtabkommen CINA (Commission Internationale de Navigation Aérienne). Deutschland allerdings ist unerwünscht. Ein problematischer Ausschluss, denn durch seine zentrale Lage in Europa ist gerade Deutschland für das entstehende Luftverkehrsnetz unverzichtbar. Erst 1933 darf das Reich der CINA beitreten, aber da wollen die Nationalsozialisten nicht mehr.

Die IATA als Preiskartell

Am Ende des Zweiten Weltkriegs reagieren die Airlines erneut schneller als ihre Regierungen. Die Kampfhandlungen dauern noch an, als sie im April 1945 in Havanna die IATA neu gründen, nun mit dem abgeänderten Namen "International Air Transport Association". Es gilt, sich auf die absehbar boomende Passagier- und Frachtfliegerei vorzubereiten, Haftungsregelungen zu vereinbaren und den internationalen Ticketverkauf zu organisieren. 

Hinter den Kulissen bilden die IATA-Mitglieder ein Preiskartell, um Flüge so teuer wie möglich zu verkaufen. In den 90er-Jahren beenden nationale Anti-Kartellgesetze diese Praxis – die Ära der Billigflieger beginnt. Zum 100. Geburtstag gehören der IATA 292 Airlines an, die mehr als 90 Prozent aller internationalen Flüge durchführen.

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