20. April 1769 - Häuptling Pontiac stirbt in Cahokia

Szene aus dem Pontiac-Krieg im 18. Jahrhundert: Häuptling Pontiac und Major Gladwin, ein britischer Offizier im kolonialen Amerika

20. April 1769 - Häuptling Pontiac stirbt in Cahokia

Pontiac - ein Name, der manche an schnittige US-Sportwagen denken lässt. Deren Namensgeber stammt jedoch aus einer Zeit, als man sich in Nordamerika noch zu Pferd bewegt: Pontiac, Häuptling der Ottawa, Anführer im indianischen Kampf gegen die Briten.

Viel ist über Pontiac nicht bekannt, nicht einmal sein Geburtsdatum. Das erste Mal taucht er 1757 in Dokumenten auf. Zur Legende machen ihn die Schilderungen des Historikers Francis Parkman, der von Pontiac ein charismatisches Bild zeichnet: "Er besaß Führungsstärke und einen großen Geist."

Pontiac, Häuptling der Ottawa-Indianer (Todestag 20.04.1769)

WDR 2 Stichtag 20.04.2019 04:16 Min. WDR 2

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Zwischen den Fronten

Aber Parkman wird erst 60 Jahre nach Pontiacs Tod geboren. Wie akkurat seine Beschreibungen sind, ist schwer zu sagen. Fest steht: Pontiac, eigentlich Obwandiyag, stammt aus dem Gebiet der großen Seen. Dort kämpfen Briten und Franzosen um die Vorherrschaft. Zwischen den Fronten: die Ureinwohner.

Um 1760 gewinnen die Briten die Oberhand und dehnen ihre Siedlungen immer weiter aus. Kriegshäuptling Pontiac gehört zu denen, die zum Widerstand aufrufen. Er wirbt bei den benachbarten Stämmen für einen gemeinsamen Angriff. Der Plan: Das Fort Detroit erobern.

Kettenreaktion ausgelöst

Laut Historiker Parkman wollen Pontiac und andere Häuptlinge bei einer Unterredung mit dem Kommandanten mit versteckten Waffen auftauchen und die Offiziere niederschlagen. Angeblich verrät jedoch eine Potawatomi-Indianerin die geplante Attacke.

Doch die Rebellen geben nicht auf. Sie belagern das Fort. Das löst eine Kettenreaktion aus. Im westlichen und südlichen Seengebiet greifen weitere Stämme die Briten an. Neun der elf britischen Forts in der Region werden erobert.

Aufstand mit Wirkung

Pontiac und seine Krieger belagern das Fort Detroit fünf Monate. Die erhoffte Unterstützung durch die Franzosen bleibt aus. Pontiac muss die Belagerung aufgeben und zieht nach Süden. Der Aufstand, der seinen Namen erhalten wird, flaut ab.

Die Briten erobern die Forts allmählich zurück. Dennoch zeigt die Rebellion Wirkung. Im Oktober 1763 erlässt der britische König George III. eine Proklamation, die den Indianern Land westlich der Appalachen überlässt.

Im Auftrag ermordet?

Die Zusage des Königs gilt allerdings nur gut zehn Jahre. Die Gründung der USA macht sie wertlos. Doch das erlebt der Ottawa-Häuptling nicht mehr. Er wird am 20. April 1769 in Cahokia unter unklaren Umständen von einem Kaskaskia-Indianer ermordet. Angeblich steckt eine Privatfehde dahinter - und kein Auftrag der Briten.

Die jahrzehntelang existierende US-Automarke Pontiac wird 2010 von General Motors aufgegeben.

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 20. April 2019 ebenfalls an Häuptling Pontiac. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 20.04.2019, 00:00