2. März 1919 - "Kommunistische Internationale" wird gegründet

Präsidium des Gründungskongresses der "Kommunistischen Internationale" 1919 (v.l. Gustav Klinger, Hugo Eberlein, W.I.Lenin, Fritz Platten)

2. März 1919 - "Kommunistische Internationale" wird gegründet

Anderthalb Jahre nach der Oktoberrevolution in Russland geht der Kampf für Lenin weiter: "Es wird nicht lange dauern, und wir werden den Sieg des Kommunismus in der ganzen Welt sehen!"

Auf seine Initiative beginnt am 2. März 1919 in Moskau der Gründungskongress der Kommunistischen Internationale (Komintern). Sie soll der "Generalstab der Weltrevolution" werden. Über 50 Delegierte von kommunistischen Parteien und Gruppen aus Amerika, Asien und Europa sind anwesend.

Gründung der Kommunistischen Internationalen (am 02.03.1919)

WDR 2 Stichtag 02.03.2019 04:15 Min. Verfügbar bis 27.02.2029 WDR 2

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In der Tradition von Marx

Der grenzenlose Schulterschluss ist nicht neu. Die "Erste Internationale" hat Karl Marx 1864 ausgerufen. Die "Zweite Internationale" der Sozialisten ist 1914 gescheitert - am Ziel, einen Weltkrieg zu verhindern.

"Sie hat im Gegenteil der Vaterlandsverteidigung zugestimmt", sagt der Düsseldorfer Historiker Joachim Schröder. "Das war in den Augen der Kommunisten der Verrat, das Grundübel, weshalb eine neue Internationale nötig wurde."

KPD enthält sich

Beim Gründungskongress der "Dritten Internationale" ist auch der KPD-Delegierte Hugo Eberlein dabei. Er hat den Auftrag, gegen die Gründung zu stimmen, weil Rosa Luxemburg sie für verfrüht gehalten hat. "Sie wollte erst mal abwarten, dass große kommunistische Massenparteien entstünden", sagt Historiker Schröder.

Aber Luxemburg ist im Januar 1919 ermordet worden. Eberlein enthält sich bei der Abstimmung schließlich. Der Kongress endet am 6. März 1919 mit einer ersten Parade der Roten Armee.

Komintern-Führer getötet

Gestalt nimmt die Komintern erst im Sommer 1920 an. Inzwischen tummeln sich mehr als 200 Delegierte auf dem Kongress. Die Stimmung ist euphorisch, im Krieg gegen Polen steht die Rote Armee kurz vor Warschau. Auch in Deutschland scheint die Revolution bald möglich.

Doch es kommt anders. 1923 scheitert ein von der KPD geplanter "Deutscher Oktober"-Aufstand. 1924 stirbt Lenin. Sein Nachfolger Stalin führt "Säuberungen" durch: Auch Grigorij Zinovjev und Nikolai Bucharin, die die Komintern geführt haben, werden getötet.

Stalin beherrscht Komintern

Stalin beherrscht die Komintern und verwirft 1928 die Idee einer Einheitsfront aller linker Parteien. Ab jetzt werden die Sozialdemokraten von den Kommunisten als "Sozialfaschisten" bekämpft - auch von KPD-Chef Ernst Thälmann.

1939 verrät Stalin die Komintern vollends, als er mit Hitler einen Pakt schließt. Als Stalin nach dem deutschen Überfall auf Verbündete angewiesen ist, löst er die Komintern 1943 auf - um Vertrauen bei den West-Alliierten aufzubauen.

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