29. Februar - Zur Geschichte des Schaltjahres

Abreißkalender mit dem Datum 29. Februar

29. Februar - Zur Geschichte des Schaltjahres

Acht Jahre alt wird der ehemalige Fußball-Nationalspieler Benedikt Höwedes am 29. Februar 2020 – wenn nur die echten Geburtstage zählen. "Ich habe kein Problem daraus gemacht, meine Eltern auch nicht. Wir haben immer am ersten März gefeiert. Man sagt ja, Vorfeiern bringe Unglück", sagt Höwedes.

Die Geschichte des Schaltjahres (am 29.02.2020)

WDR 2 Stichtag 29.02.2020 04:15 Min. Verfügbar bis 26.02.2030 WDR 2


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Ostern im Hochsommer?

Vor 2065 Jahren hat Julius Cäsar den Schalttag in seinen Julianischen Kalender aufgenommen. Das Sonnenjahr hat nämlich 365 Tage plus einen viertel Tag, deswegen muss im Kalender alle vier Jahre ein weiterer Tag untergebracht werden. "Sonst wandern die Eckdaten – die Sommersonnenwenden und die Tagundnachtgleichen – durch den Kalender", erklärt die Historikerin Brigitte Englisch.

Anfang Januar stünde die Sonne also irgendwann über dem Äquator, und Ostern läge in unseren Breitengraden im Hochsommer.

Gerade das Datum des Osterfests aber soll nicht wandern. Das wichtigste Fest der Christen fällt auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond – aber auch mit Cäsars Kalender irgendwann nicht mehr. "Denn das tatsächliche Sonnenjahr ist elf Minuten und 14 Sekunden kürzer als die Angabe im Julianischen Kalender", sagt Brigitte Englisch. Das hört sich wenig an, führt aber dazu, dass alle 128 Jahre die Tagundnachtgleichen um genau einen Tag wandern.

Auch der Julianische Kalender liegt daneben

Im 16. Jahrhundert liegt der Kalender schon zehn Tage daneben. Die Priester predigen den Frühlingsvollmond aus den Bibeltexten, der am Himmel längst nicht immer zu sehen ist. Die Kirche erleidet einen Autoritätsverlust. Nach der Reformation – wagt Papst Gregor VIII. 1582 eine Kalenderreform und gibt ihr seinen Namen.

Zusätzlich zu den Schalttagen führt er das Schaltjahr ein - beginnend mit dem Jahr 1600 alle 400 Jahre. Das zweite Schaltjahr ist also das Jahr 2000, das Jahr 2400 wird das dritte.

Bevor der Kalender in den täglichen Gebrauch geht, zuerst im Heiligen Römischen Reich, dann auf der ganzen Welt, unternimmt der Papst einen drastischen Schritt: Er lässt einmalig zehn Tage aus dem laufenden Jahr streichen. 1582 folgt auf den 4. Oktober unmittelbar der 15. des Monats. Damit fallen die Frühlingstagundnachtgleiche und damit der Frühlingsanfang wieder auf den 21. März, und das Osterfest kann pünktlich stattfinden.

Programmtipps:

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"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 29. Februar 2020 ebenfalls an die Geschichte des Schaltjahres. Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 29.02.2020, 00:00