20. August 1989 - Tierschützer George Adamson stirbt

Archivbild:  1984. Der als "Bwana Simba" ,"Löwenmann" bekannte George Adamson

20. August 1989 - Tierschützer George Adamson stirbt

Ein Leben lang kämpft der 1906 in Indien geborene britische Tierschützer George Adamson gegen Wilderer - zunächst in Kenia, später in dem von ihm gegründeten Camp Kora. "Ich kann nicht mitansehen, wie diese hochintelligenten und empfindsamen Geschöpfe als Ware behandelt und über die ganze Welt verfrachtet werden", sagt er.

Eher zufällig wird Adamson zum "Baba Ya Simba", dem "Vater der Löwen". Er findet drei kleine Löwen-Junge in einer Felsspalte und nimmt sie mit nach Hause.

George Adamson, brit. Tierschützer (Todestag 20.08.1989)

WDR 2 Stichtag 20.08.2019 04:15 Min. Verfügbar bis 17.08.2029 WDR 2

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Vater der Löwen

Zwei Tiere gibt er nach kurzer Zeit an einen Zoo in Holland ab. Die Kleinste behält er, nennt sie Elsa und zieht sie groß - gemeinsam mit seiner Frau Joy. Adamson trainiert die Großkatze im Jagen und Kämpfen, bis diese sich alleine in der Wildnis behaupten kann. Als die Löwin kräftig genug ist, wird sie ausgewildert. Später kehrt Elsa noch einmal zurück, um dem Ehepaar ihre drei Jungen zu zeigen. Dann geht sie zurück in die Freiheit.

Das Leben mit der Löwin Elsa beschreibt Joy Adamson in dem Buch "Born free". Die Geschichte trifft den Nerv der Sechziger Jahre. "Die Leute wollten eine Geschichte voll von Liebe und Verständnis, mit echten Beziehungen zu Tieren, und nicht nur die alte Leier vom Jagen und Abschlachten", erklärt Tony Fitzjohn, britischer Wildschützer und ein Weggefährte Adamsons.

Löwin Elsa wird zum Star

Das Buch wird ein internationaler Bestseller, die Verfilmung erhält zahlreiche Auszeichnungen. Trotz seiner Bekanntheit bleibt George Adamson im afrikanischen Busch. Hier kümmert er sich um verwaiste Löwe, studiert ihr Verhalten und bereitet sie auf ein Leben in der Wildnis vor. Seine Frau widmet sich der Literatur und den Leoparden. Sie wird 1980 in einem eigenen Camp von einem ehemaligen Angestellten ermordet.

Auch George Adamson wird immer wieder vor den Gefahren im Camp Kora gewarnt. Die Gegend an der Grenze zu Somalia gilt als unwegsam und gefährlich. Man bietet ihm angesichts seines Alters an, in eine sichere Region zu ziehen.

Erschossen von Wilderern

George Adamson lehnt ab, er will bei seinen 16 Wildkatzen bleiben und fragt: "Wer wird seine Stimme für Kora erheben, wenn meine vom Wind davongetragen wird?" Am 20. August 1989 wird der Vater der Löwen von somalischen Wilderern getötet. Mit dem Tod des 83-Jährigen verlieren die Löwen einen ihrer größten Fürsprecher.

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