15. Dezember 1965 - Eröffnung der Zeeland-Brücke über die Oosterschelde

Zeelandbrücke in den Niederlande Osterschelde

15. Dezember 1965 - Eröffnung der Zeeland-Brücke über die Oosterschelde

"Was für eine fantastische Brücke!", schwärmt Königin Juliana beim Anblick der Zeeland-Brücke (niederländisch "Zeelandbrug"). Am 15. Dezember 1965 weiht die niederländische Monarchin nicht ohne Stolz die längste Brücke der Niederlande und Europas ein. Den europäischen Titel muss das Bauwerk zwar 1972 an die schwedische Ölandbrücke abgeben.

Eröffnung der Zeelandbrücke (am 15.12.1965)

WDR 2 Stichtag 15.12.2020 04:07 Min. Verfügbar bis 13.12.2030 WDR 2


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Aber eine Fahrt über die fünf Kilometer lange Brücke, die von Zierikzee nach Colijnplaat führt, ist bis heute beeindruckend: Links und rechts der Fahrbahn blickt man nur auf das Wasser der Oosterschelde. Der Meeresarm im Norden der Provinz Zeeland umfasst immerhin 33.000 Hektar, eine Fläche fast so groß wie Köln.

Zwischen Oosterschelde und Nordsee

Mittendrin ragen mehr als 50 Pfeiler mit bogenförmig gespreizten Stützen aus dem Wasser – jeweils in knapp hundert Metern Abstand. Die Säulen mit ihren rechteckige Hohlkästen aus Beton verbinden schnurgerade die Inseln Schouwen-Duiveland und Noord-Beveland.

Vor dem Bau mussten Reisende vom Süden in den Norden der Provinz Zeeland entweder die Fähre besteigen oder lange Umwege in Kauf nehmen. Nach der Eröffnung ist die Strecke ein Katzensprung. Auch Fahrten zwischen Rotterdam und Antwerpen gehen über die neue Fahrbahn viel zügiger. Allerdings kostet die Überfahrt zunächst eine Gebühr, mit der die Baukosten beglichen werden.

Vor allem aber beschleunigt die Zeeland-Brücke, die zunächst Oosterscheldebrug hieß, den Tourismus. Mal ein Wochenende an die See–- das hört sich für viele in den 1960er Jahren verlockend an. Mit der Brücke verteilen sich auch immer mehr Urlauber aus Deutschland entlang der niederländischen Küste.

Generalprobe für das Oosterschelde-Sperrwerk

Zugleich ist die Zeeland-Brücke auch eine Art Generalprobe für niederländische Ingenieure, die bereits ein wesentlich gigantischeres Projekt in der Oosterschelde planen: Ein Sperrwerk an der Mündung zur Nordsee, das die Region vor Sturmfluten schützen soll. Mit Dämmen, Schleusen und Sperrwerken sollen katastrophale Überschwemmungen wie im Januar 1953 verhindert werden.

Das Sperrwerk wird Jahre später wie ein neuntes Weltwunder die Oosterschelde durchschneiden und bei Bedarf von der Nordsee abriegeln. Und da es ab 1986 zugleich als Brücke genutzt wird, läuft es der Zeeland-Brücke ein wenig den Rang ab – aber eben nur ein wenig. Denn für viele Reisende bleibt die Zeeland-Brücke einfach eine "fantastische Brücke".


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Stand: 15.12.2020, 00:00