16. Juni 1984 - Gründung des Zirkus "Cirque du Soleil"

Cirque du Soleil im Dezember 2017 in Rio de Janeiro

16. Juni 1984 - Gründung des Zirkus "Cirque du Soleil"

Schon früh verdingt sich der Kanadier Guy Laliberté in seiner Heimat Baie-Saint-Paul in der Provinz Québec als Straßenkünstler und Feuerschlucker. Mit 16 Jahren hat er genug Geld gesammelt, um sich ein Ticket nach London zu kaufen.

"Ich kam dort an mit 50 Dollar in der Tasche und schlief in der ersten Nacht auf einer Parkbank", wird er sich später erinnern. "Nach einer Weile konnte ich mir ein eigenes Zimmer leisten, mit Blick auf diese Bank." Mit Zirkus kann man auf der Straße Geld verdienen, ist die Erkenntnis dieser Zeit. Und mit mehr Zirkus noch mehr Geld.

Premiere des Zirkus "Cirque du Soleil" (am 16.06.1984)

WDR 2 Stichtag 16.06.2019 04:16 Min. WDR 2

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Den Zirkus neu erfinden

Laliberté geht es allerdings vor allem um Poesie. Zurück in Kanada, schließt er sich 1979 zunächst der Stelzenläufergruppe "Les Echassiers De Baie-Saint-Paul" an. Drei Jahre später gründet er mit einer Gruppe von Schauspielern, Gauklern, Feuerschluckern, Musikern und Stelzenläufern ein eigenes Straßentheater. 1984 erhält er den Auftrag, eine Show zur 450-Jahr-Feier Kanadas auszurichten.

Am 16. Juni 1984 gründet Laliberté mit seinen Partnern Gilles Ste-Croix und Daniel Gauthier den "Cirque du Soleil", den Zirkus der Sonne. Gesponsort von der kanadischen Regierung, tourt die Truppe fortan quer durchs Land und begeistert ihr Publikum.

Aber Laliberté will mehr: Er will mit Zirkuskunst die Welt erobern. Hierfür entwickelt er eine Show, die mit ihrer vollendeten Akrobatik und Clownerie zwar noch in der Tradition verankert ist, zugleich aber mit ihren phantasievollen Kostümen, einer zauberhaften Musik und unglaublichen Lichteffekten in einer Rahmenhandlung neue Maßstäbe setzt. Ihr Titel "Le Cirque Réinventé – Zirkus neu erfinden" ist dabei Programm.

1.300 aus 50 Ländern

Ende der 1980er Jahre zieht der "Cirque du Soleil" durch die USA, später dann auch durch Europa. Immer wieder trifft er auf ein begeistertes Publikum. Auch der Verzicht auf Tiere kommt gut an. Bei den Artisten ist der Zirkus wegen seiner Arbeitsbedingungen beliebt. Es gibt ein eigenes Probenzelt und drei Mahlzeiten pro Tag. Irgendwann gehören 1.300 Artisten aus 50 Ländern zum Ensemble.

Mit dem "Cirque du Soleil" wird Laliberté vom Feuerschlucker zum Milliardär. Einen Großteil seines Geldes investiert er in ein Projekt, das Menschen in armen Regionen mit sauberem Trinkwasser versorgt. Und er fliegt zu seinem 50. Geburtstag 2009 als Weltraumtourist zur ISS. 2015 verkauft er seinen Zirkus an ein amerikanisch-chinesisches Investorenkonsortium. Die neue Show "Paramour" spielt in den Goldenen Zwanzigern Hollywoods.

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

"ZeitZeichen" auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 16. Juni 2019 ebenfalls an die Gründung des "Cirque du Soleil". Auch das "ZeitZeichen" gibt es als Podcast.

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Stand: 16.06.2019, 00:00