20. Februar 1810 - Andreas Hofer wird in Mantua hingerichtet

Andreas Hofer

20. Februar 1810 - Andreas Hofer wird in Mantua hingerichtet

Bauer, Pferdehändler, Rebellenführer: Der Tiroler Andreas Hofer zieht Anfang des 19. Jahrhunderts in den Krieg gegen Napoleon - für Österreich. Noch heute gilt er vielen Tirolern als Volksheld und Freiheitskämpfer.

Sein Kampf hat allerdings nicht die Unabhängigkeit des Tirols zum Ziel. "Es ging nie um Freiheit im Sinn von Autonomie", sagt Judith Schwarz, Leiterin des Hofer-Museums Passeier in St. Leonhard in Südtirol. Hofer habe "zurück zum geliebten Kaiser, zurück zu den alten Zuständen" gewollt.

Bayern gehört zu Frankreich

Denn Napoleon hat Tirol aus dem Habsburgerreich gelöst und Bayern zugeschlagen. 1806 erklärt Frankreichs Kaiser Bayern wegen seiner Bündnistreue zum Königreich und Tirol wird zur Provinz "Südbayern".

In München wird eine neue Verfassung erlassen. Sie belastet viele Tiroler schwer. "Die Steuern wurden derart erhöht, dass viele Bergbauern-Familien Haus und Hof verlassen", sagt Historiker Konrad Heel. Zudem seien viele Feiertage und Prozessionen der Tiroler verboten worden.

Andreas Hofer, Freiheitskämpfer in Tirol (Todestag 20.02.1810)

WDR 2 Stichtag 20.02.2020 04:16 Min. Verfügbar bis 17.02.2030 WDR 2

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Kaiserliches Versprechen

Der Kapuzinerpater Joachim Haspinger stachelt daraufhin Hofer und seine Männer zum Aufstand an. Gleichzeitig macht Erzherzog Johann, der Bruder des Kaisers, sich die Verzweiflung der Tiroler zunutze.

Er lädt Hofer nach Wien ein und stellt Angriffe regulärer Truppen in Aussicht, um gemeinsam die Franzosen zu vertreiben. Mit dem Versprechen, der Kaiser werde Tirol nie wieder von Österreich abspalten lassen, kehrt Hofer zurück.

Siegreiche Rebellen

Im April 1809 erklärt Österreich Frankreich und Bayern den Krieg. Für die Tiroler das Zeichen zum Aufstand. In den unübersichtlichen Bergtälern entscheiden sie manche Gefechte für sich.

Drei siegreiche Schlachten am Bergisel bei Innsbruck im Frühjahr und Sommer 1809 begründen den Ruhm des Oberkommandierenden Hofer.

Tirol wird Napoleon überlassen

Für kurze Zeit sitzt Hofer sogar als Regent in Innsbruck. Als das Geld knapp wird, bittet Hofer das Kaiserhaus in Wien um Hilfe - erfolglos.

In der Schlacht von Wagram im Juli 1809 ist Österreich den Franzosen unterlegen. Es kommt zum Frieden von Schönbrunn, bei dem Kaiser Franz Tirol doch wieder Napoleon überlässt.

Flucht in die Berge

Während sich die Hochzeit der österreichischen Kaisertochter Marie Luise mit Napoleon anbahnt, flieht Hofer in die Berge. Doch ein Landsmann verrät ihn an die Franzosen.

Am 20. Februar 1810 wird Hofer in Mantua hingerichtet. Vier Jahre nach Hofers Tod ist auch Napoleon am Ende. Beim Wiener Kongress wird Tirol wieder Österreich zugeschlagen.

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Stand: 20.02.2020, 00:00