Das Beachvolleyball-Duo Svenja Müller (l.) und Cinja Tillmann

Beachvolleyball | Turnier in Ostrau

Beachvolleyball-Duo Tillmann/Müller - neuer Stern im Sand

Stand: 01.06.2022, 10:05 Uhr

Die Beachvolleyballerinnen Cinja Tillmann und Svenja Müller haben mit dem Titel als Qualifikantinnen beim Turnier in Ostrau überrascht. Druck machen sie sich nun aber nicht.

Von Michael Buchartz

Entspannt wirken die beiden Beachvolleyballerinnen, als der WDR sie am Mittwochmorgen (01.06.2022) am Telefon erreicht. "Eigentlich sind wir schon fertig für das Krafttraining und nicht mehr beim Kaffee", erklären beide lachend auf die Frage nach dem Befinden trotz des Termins am frühen Morgen. Es wird direkt klar, dass sich da zwei abseits des Courts gut verstehen. Dennoch dürfte der Titel auf der World Tour in Ostrau diese gute Laune verstärkt haben.

Erster Titel im siebten Turnier

Vorherzusehen war der Turniersieg in keinem Fall: Das Duo kam aus der Qualifikation und musste letztlich nur eine Niederlage in der Gruppenphase hinnehmen. Danach düpierten Tillmann und Müller die versammelte Welt-Elite, schlugen im Viertelfinale erst die Nummer zwei der Welt und im Halbfinale dann die Nummer drei.

"Das war ein besonderer Sieg für uns. Es war der erste auf der großen Bühne, wo die gesamte Welt-Elite startet. Außerdem spielten wir erst das siebte internationale Turnier als Duo zusammen", erklärten sie. Man habe von "Punkt zu Punkt" gespielt und das sei "sehr gut gelaufen".

Top-Talent Müller und Abwehr-Ass Tillmann passen zusammen

Der Mix scheint zu stimmen: Tillmann bringt mit 30 Jahren eine Menge Erfahrung mit, ist für die Abwehrarbeit und die Zuspiele zuständig. "Ich habe noch nie mit einer so guten Abwehrspielerin zusammengespielt. Was sie vor allem beim letzten Turnier hinten rausgekratzt hat, war einfach krass", lobte Partnerin Müller.

Andererseits steht vorne beim Block und Angriff mit Svenja Müller das derzeit vielleicht größte Talent im deutschen Beachvolleyball. Müller spielt mit 21 Jahren das erste internationale Jahr. "Überlegen Sie mal, wie lange beispielsweise auch eine Laura Ludwig gebraucht hat, um nach ganz vorne zu kommen", sagte Andreas Scheuerpflug vom Deutschen Volleyball-Verband und führt aus: "Und sie kommt ins erste Jahr und siebte Turnier und haut die Welt-Elite weg."

Tillmann/Müller: "Sand macht uns mehr Spaß als Halle"

Auch Tillmann lobt ihre Partnerin: "Sie hat in den letzten anderthalb Jahren extrem viel im Athletik-Bereich gemacht." Außerdem sei sie "unglaublich fokussiert" auf das Spiel und die Ziele des Duos. Müllers Vorbild ist übrigens Kira Walkenhorst. "Als ich gerade mit Beachvolleyball angefangen habe, waren Kira Walkenhorst und Laura Ludwig sehr erfolgreich", erklärt sie ihre Begeisterung für die ehemalige Olympiasiegerin und Weltmeisterin.

Ursprünglich kommen sowohl Müller als auch Tillmann aus dem Hallenvolleyball - wie übrigens Walkenhorst auch. Vergleichen kann man die beiden Sportarten kaum miteinander. "Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er besser findet.", erklärte Tillmann. Am Ende war die Faszination für den Sand bei beiden größer: "Mehr Spaß macht uns definitiv Beachvolleyball, wir haben uns deshalb bewusst dafür entschieden."

Ohne Druck zur WM in Rom

Druck verspürt das Duo keinen, auch nicht im Blick auf die vermehrte öffentliche Wahrnehmung nach dem Sieg in Ostrau. "Unser Fokus geht jetzt zur WM in Rom Mitte Juni. Wir haben uns keinen Platz vorgenommen als Ziel. Einfach möglichst gut spielen", schauen sie voraus.

Danach gibt es noch zwei Heimturniere, die dick im Kalender markiert sind: das Elite16-Turnier in Hamburg im August - und natürlich die Europameisterschaften, die im Rahmen der "european championships" (live bei der Sportschau) eine Woche früher ausgetragen werden. Vielleicht klappt es spätestens dann wieder mit einem Titel - überraschend wäre das nicht mehr.