Der deutsche Nationalspieler Dang Qiu bei der Mannschafts-WM in China.

Der NRW-Sportler des Jahres: Dang Qiu

Stand: 09.12.2022, 23:00 Uhr

Tischtennis-Profi Dang Qiu von Borussia Düsseldorf ist zum NRW-Sportler des Jahres gewählt worden. Im Jahr 2022 wurde 26-Jährige Europameister und Vize-Weltmeister mit dem deutschen Team.

Einen so rasanten Aufstieg wie Dang Qiu hat schon lange kein deutscher Tischtennisspieler mehr hingelegt. 2022 gewann der seit 2021 für Borussia Düsseldorf aufschlagende Qiu einen Titel nach dem anderen. Sein bisher größter Erfolg gelang ihm im August, als er sich durch einen 4:1-Erfolg im Finale gegen den Slowenen Darko Jorgic zum Europameister krönte. Mit der Mannschaft wurde er in China im Oktober Vize-Weltmeister.

Außerdem wurde Qiu in diesem Jahr deutscher Meister sowohl im Einzel als auch im Doppel (im Doppel wie schon 2021, 2020, 2019 und 2018) und holte mit der Borussia die deutsche Mannschafts-Meisterschaft.

Boll: "Er ist ein Tischtennis-Wahnsinniger"

"Dang lebt Tischtennis von morgens bis abends", sagte Düsseldorfs Tischtennis-Legende Timo Boll über seinen Kollegen. "Er guckt jedes Spiel, auch wenn er ein Turnier mal nicht spielt oder selbst trainiert. Er ist ein harter Arbeiter, hat im Laufe der Jahre ein gutes Gefühl dafür entwickelt, was er zu spielen hat. Er ist ein Tischtennis-Verrückter, ein Tischtennis-Wahnsinniger im positiven Sinne." Düsseldorfs Trainer Danny Heister sagte: "Er lebt Tischtennis - vielleicht ab und zu sogar zu viel".

Dang Qiu stammt aus einer lupenreinen Tischtennis-Familie. Mutter Chen Hong und Vater Qin Jianxin spielten beide für die chinesische Nationalmannschaft, auch Bruder Liang aktiv. Privat sei er ein Familienmensch, der intelligent, freundlich und zuvorkommend ist, sagt Bundestrainer Jörg Roßkopf über seinen Spieler. "Als Sportler kennt er seine Ziele und weiß, welcher Weg zu ihnen führt."

Penholder-Stil in Europa eher ungewöhnlich

Der Rechtshänder Qiu spielt den Penholder-Stil - hält also den Schlägergriff wie einen Stift. Dies ist im asiatischen Raum verbreitet, wobei im Rest der Welt eher der Shakehand-Griff beliebt ist. "Ein halbes Jahr lang habe ich so gespielt, aber ich hatte tierische Probleme mit der Rückhand", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Sein Vater habe ihm eher im Spaß geraten, den Penholder-Stil einmal auszuprobieren - ein guter Rat.

Trotz seiner großen Erfolge bleibt der 26-Jährige bescheiden: "Wenn ich mir allein die Erfolge unserer Legenden in der deutschen Mannschaft ansehe, weiß ich, dass ich noch nicht viel erreicht habe."