Oscar Otte fehlte bei den US Open nach seiner Knie-OP noch der Rhythmus.

US Open: Historisches Aus für Otte und Altmaier - Niemeier überzeugt bei Frauen

Stand: 31.08.2022, 22:59 Uhr

Erstmals seit 38 Jahren steht kein männlicher deutscher Tennis-Profi in der zweiten Runde der US Open. Zu den Verlierern zählen auch Oscar Otte und Daniel Altmeier.

Letztlich war es der Kölner Otte, der das historisch schlechte Abschneiden der Deutschen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch mit seiner Dreisatz-Niederlage gegen den Polen Hubert Hurkacz (4:6, 2:6, 4:6) - die Nummer acht der Setzliste - perfekt machte.

Otte ohne Rhythmus nach seiner Knie-OP

Otte - in der ATP-Weltrangliste auf Platz 41 geführt - war nach der Absage von Olympiasieger Alexander Zverev als deutsche Nummer eins ins Turnier gegangen: "Es ist natürlich blöd, dass es bei allen nicht gereicht hat", sagte Otte, dem im ersten Match nach seiner Knie-OP noch sichtlich der Rhythmus gefehlt hatte. "Das ist aber nichts, was man zu hoch hängen sollte", so der Kölner. Generell sei das deutsche Herrentennis "auf einem guten Weg".

Auf einem guten Weg war bei seinem Auftaktmatch auch Daniel Altmaier (Kempen), der eine Überraschung gegen den an Nummer elf gesetzten Italiener Jannik Sinner nur knapp verpasste. Der 23-Jährige zwang Sinner in den Entscheidungssatz, blieb dort beim 7:5, 2:6, 1:6, 6:3, 1:6 aber letztlich ohne Chance.

Struff bereits in der Qualifikation ausgeschieden

Vor Otte und Altmaier waren schon Peter Gojowczyk und Maximilian Marterer in jeweils drei Sätzen ausgeschieden. Der Nürnberger Marterer unterlag gegen Marin Cilic, den US-Open-Sieger von 2014, mit 3:6, 2:6, 5:7, und der Münchner Gojowczyk hatte gegen das 19-jährige dänische Top-Talent Holger Rune mit 2:6, 4:6, 6:7 das Nachsehen. Noch früher schied der Warsteiner Jan-Lennard Struff aus, der bereits in der Qualifikation gescheitert war.

Mit dem Jahr 1984 ist das Ausscheiden des Quartetts trotz zweiter Runde ohne deutsche Beteiligung nicht zu vergleichen. Damals standen mit Hansjörg Schwaier und Michael Westphal lediglich zwei Deutsche im Hauptfeld, und das deutsche Tennis hatte noch gar keinen Topspieler wie Zverev in seinen Reihen. Es war das Jahr, in dem der damals 16-jährige Boris Becker Profi wurde und ein Jahr später mit seinem Triumph in Wimbledon einen Tennis-Boom in Deutschland auslöste.

Jule Niemeier letzte deutsche Einzelstarterin in New York

Die deutsche Tennisspielerin Jule Niemeier feiert ihren Sieg gegen Sofia Kenin in der ersten Runde der US Open.

Jule Niemeier bei den US Open

Dass es in New York nicht zum kompletten Erstrunden-Debakel für den DTB kam, verhinderte bei den Frauen Jule Niemeier. Die Dortmunderin gewann ihr Auftaktspiel in der Nacht gegen die US-Amerikanerin Sofia Kenin mit 7:6, 6:4. In der zweiten Runde des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres trifft die 23-Jährige auf die Kasachin Julija Putinzewa.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel und wie ich aufgetreten bin: sehr ruhig und klar in den Dingen, die ich machen wollte", sagte die Weltranglisten-108. Sie war froh, ihre "gute Leistung von Wimbledon ein bisschen bestätigen" zu können. In London war sie in diesem Jahr erst im Viertelfinale gegen Tatjana Maria (Bad Saulgau) ausgeschieden.

Im Doppel-Wettbewerb haben Kevin Krawietz und Andreas Mies ihre Auftakthürde erfolgreich gemeistert. Die zweimaligen French-Open-Gewinner setzten sich gegen das US-Duo Marcos Giron/Mackenzie McDonald mit 6:3, 7:6 (7:5) durch.

Andrea Petkovic stark bei letztem Grand-Slam-Auftritt

Letztere ist bei den US Open ebenso in Runde eins gescheitert wie Laura Siegemund (Metzingen) und Andrea Petkovic (Darmstadt), die der Olympia-Siegerin Belinda Bencic (Schweiz) bei ihrem letzten Grand-Slam-Auftritt allerdings einen großen Kampf lieferte.

Bundestrainer Michael Kohlmann hatte bereits nach dem Blick auf die Auslosung gesagt, dass es eine Überraschung wäre, sollte das letzte der vier großen Turniere des Jahres in der zweiten Woche noch mit deutscher Beteiligung über die Bühne gehen. "Das darf nicht unser Anspruch sein", so Kohlmann, "aber in dieser speziellen Situation ist es das, was man leider hinnehmen müsste." Niemeier ist nun die letzte verbliebene Einzel-Starterin, die dies noch verhindern kann.

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