Bei den US Open verlor Jule Niemeier nach starker Leistung gegen die Weltranglisten-Erste Iga Swiatek.

Nach US Open: Jule Niemeier will auf der Tour "sehr gefährlich werden"

Stand: 07.09.2022, 12:12 Uhr

Noch wird Jule Niemeier auf Rang 108 der Weltrangliste geführt. Das wird sich nach ihrem starken Auftritt bei den US Open ändern. Der Sprung unter die Top 100 dürfte ihr aber kaum genug sein.

Der Erfolg bei ihrem erst dritten Grand-Slam-Turnier hat bei ihr Lust auf mehr geweckt. "Nur weil ich ein, zwei gute Turniere gespielt habe, heißt das nicht, dass es das Ende ist", sagte die aufschlagstarke Niemeier, die vor allem weiter an ihrer Fitness arbeiten will.

Rittner: Fitness hat gegen Swiatek Ausschlag gegeben

Die Fitness hat beim Achtelfinale-Aus in New York laut Bundestrainerin Barbara Rittner gegen die Weltranglisten-Erste Iga Swiatek (Polen) am Ende den Ausschlag gegeben: "Sie hat eine Stunde lang die Nummer eins der Welt beherrscht. Danach ging ihr die Kraft aus", lobte Rittner sie bei Eurosport. Eine plausible Analyse, hatte Niemeier den Entscheidungsdurchgang doch zu null verloren.

Was der 23-jährigen Dortmunderin indes viel Selbstvertrauen verleihen dürfte, war der erste Satz, in dem sie die derzeit beste Spielerin der Welt mit 6:2 dominierte. Das gelingt Spielerinnen, die auf Platz 108 der WTA-Weltrangliste geführt werden, eher selten. Dieser Satz solle nun ihr Maßstab sein: "Wenn ich das gegen die Nummer eins der Welt spielen kann, dann kann ich das auch gegen die anderen", sagte die 23-Jährige. "Wenn ich das konstant halten kann in den nächsten Monaten und Jahren, kann ich auf der Tour sehr, sehr gefährlich werden und viele gute Spielerinnen schlagen."

Erst Frust verarbeiten, dann Stolz empfinden

Nach Wimbledon, wo Niemeier im Viertelfinale in einem deutschen Duell knapp gegen Tatjana Maria (6:4, 2:6, 5:7) verlor, hatte sie nun bei den US Open ihren zweiten starken Grand-Slam-Auftritt. Bei den French Open war sie nach zuvor überstandener Qualifikation in drei Sätzen an Sloane Stephens (USA) gescheitert, und bei den Australian Open war zu Jahresbeginn schon in der Qualifikation Schluss.

Auf dem Erfolgskonto der Dortmunderin stehen 2022 aber auch zwei Turniersiege - einer auf der ITF- (Zagreb) und einer auf der Challenger-Tour (Makarska). Ein Turniererfolg auf der großen WTA-Bühne dürfte mit Blick auf die starken Leistungen in Wimbeldon und New York nur eine Frage der Zeit sein.

In den Tagen nach ihrer Niederlage gegen Swiatek wird es für die 23-Jährige nun darum gehen, den "Frust" hinter sich zu lassen: "Aber wenn ich das in den nächsten Tagen ein bisschen reflektiere und zur Ruhe komme, wird da auch ein bisschen Stolz dabei sein", so Niemeier. Dann wird sie sich vermutlich auch über ihren Sprung in der Weltrangliste freuen. Qualifikationsrunden bei den großen Turnieren - wie in der ersten Jahreshälfte - sollten für die Deutsche vorerst kein Thema mehr sein.

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Sportschau 04.07.2022 00:10 Min. Verfügbar bis 04.07.2023 ARD