NRW-Sport vor der nächsten Corona-Zwangspause

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NRW-Sport vor der nächsten Corona-Zwangspause

In Nordrhein-Westfalen wird der Sport in der Coronavirus-Pandemie immer weiter ausgesetzt. Laut Medienberichten will NRW bei der Bund-Länder-Konferenz morgen sogar ein Verbot von Kontaktsport sowie Sport- und Freizeitangeboten in geschlossenen Räumen vorschlagen.

Nordrhein-Westfalen wird Medienberichten zufolge bei der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch ein Verbot von Kontaktsport sowie Sport- und Freizeitangeboten in geschlossenen Räumen vorschlagen. Ministerpräsident Armin Laschet wollte bei einer Pressekonferenz am Dienstag nicht näher auf den Sport eingehen, hier sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Jedoch werden etwaige Kontaktverbote auch den Sport betreffen, so Laschet.

Fußballverbände warten neue Verordnung ab

Nach Informationen des WDR-Studios Düsseldorf hatte der Fußballverband Niederrhein erwägt, den Spielbetrieb bis zum 22. November auszusetzen. Zwischen Allerheiligen und dem Totensonntag müssten dann nur zwei Spieltage ausfallen. Nun könnten die neuen Maßnahmen der Politik diesen Schritt vorschreiben. Zum 31. Oktober läuft die aktuelle Coronaschutzverordnung in Nordrhein-Westfalen aus. Der neue Text könnte den Spielbetrieb zum Ruhen bringen.

Der FVN ist neben den Verbänden Mittelrhein (FVM) und Westfalen (FLVW) einer der drei Verbände, die den Amateurfußball unterhalb der Regionalliga in Nordrhein-Westfalen organisieren. FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders sagte im Gespräch mit dem WDR, dass man in Westfalen "in alle Richtungen" überlege, aber die Neufassung der Coronaschutzverordnung abwarten wolle wie auch die Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch, die Bundeskanzlerin Angela Merkel für 13 Uhr anberaumt hat.

Der FVM teilt mit, dass für alle Entscheidungen bezüglich des Spielbetriebs "die politischen und behördlichen Vorgaben maßgeblich" seien. Derzeit sei Fußballspielen laut Coronaschutzverordnung "grundsätzlich erlaubt". Angesichts der aktuellen Zahlen bleibt allerdings die Frage: wie lange noch?

Auch für den Fußball wird es enger

Der Fußball hatte zuletzt in Nordrhein-Westfalen noch einigermaßen regulär stattgefunden. Ausgefallen waren Spiele vor allem dann, wenn es zu Infektionen in den Teams kam. Nun aber wird es enger, einige Beispiele: Der Kreis Unna hatte bereits bis zum vergangenen Sonntag Fußball komplett untersagt und hob dieses nur auf, weil die Neufassung der Coronaschutzverordnung ansteht. Auch in Duisburg besteht ein Verbot von Kontaktsport.

Der Kreis Bochum und die Stadt Baesweiler bei Aachen schlossen die Sportanlagen. Im Essener Stadtgebiet sind seit Montag "kontaktintensive Übungen" zu vermeiden, alle Umkleidekabinen wurden geschlossen. Die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs wird immer schwieriger, Nachholtermine werden schnell rar. Sollte sich die Krise verschärfen, droht erneut die Frage, ob und wie eine Saison gewertet werden kann.

Hallensport ruht weitgehend

Die meisten Hallensportarten haben längst Fakten geschaffen.

  • Handball: Handball, der in Nordrhein-Westfalen ebenfalls in drei Verbände gegliedert ist, ruht im Gebiet Mittelrhein und Niederrhein bis mindestens Mitte November. In Westfalen wolle man "von Spieltag zu Spieltag das Geschehen beobachten", so der Verband. Derzeit werden dort Spiele in Risikogebieten abgesagt.
  • Basketball: Der Westdeutsche Basketball-Verband verschob den Start aller Wettbewerbe unterhalb der Regionalliga auf Januar 2021. "Vielleicht sind dann die Infektionszahlen so, dass ein verkürzter Spielbetrieb bis Juni 2021 stattfinden kann", so der WBV.
  • Tischtennis: Der Westdeutsche Tischtennis-Verband hat sämtliche seiner Spiel- und Altersklassen bis Jahresende unterbrochen.
  • Volleyball: Der Westdeutsche Volleyball-Verband hat den Spielbetrieb bis mindestens 22. November ausgesetzt. "Der WVV ist sich seiner Verantwortung bewusst", teilt der Verband dazu mit und rief alle Spielerinnen und Spieler dazu auf, bei noch möglichen Nachholspielen alle Hygieneregeln genau zu beachten.

Mehr als 114.000 Infektionen und 2.000 Tote in NRW

Nordrhein-Westfalen ist in der Coronavirus-Pandemie nach absoluten Zahlen das am stärksten betroffene Bundesland. Das Robert Koch-Institut meldete mit Stand von Dienstag (27.10.2020) seit Beginn der Krise mehr als 114.000 Infektionen. Mehr als 2.000 Menschen in NRW starben an oder mit dem Virus. Gemessen an der Einwohnerzahl hat Nordrhein-Westfalen mit rund 636 Infektionen pro 100.000 Einwohner die sechstmeisten Fälle im Vergleich der Bundesländer.

Mit Ausnahme des Landkreises Soest weisen ebenfalls mit Stand von Dienstag laut RKI sämtliche Landkreise und kreisfreie Städte in Nordrhein-Westfalen eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 50 aus.

red/nch | Stand: 27.10.2020, 18:48