Gewalt im Fußball: DFB-Schiedsrichter-Video für mehr Respekt

Schiedsrichter wehren sich Aktuelle Stunde 02.11.2019 00:25 Min. UT Verfügbar bis 02.11.2020 WDR

Gewalt im Fußball: DFB-Schiedsrichter-Video für mehr Respekt

  • Spitzenschiedsrichter starten Kampagne gegen Gewalt im Fußball
  • DFB veröffentlicht Video mit Statements
  • Referee war bei Amateurspiel bewusstlos geschlagen worden

Nach einer besonders schweren Attacke auf einen Schiedsrichter bei einem Amateurfußballspiel in Hessen solidarisieren sich nun Kollegen mit dem Opfer.

Unter dem Motto "Wir stellen Gewalt ins Abseits" veröffentlichte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag (01.11.2019) ein Video, in dem mehr als 30 Spitzenschiedsrichter und deren Assistenten zu Wort kommen. Darin rufen sie auch zu einem Ende jeglicher Gewalt auf.

So sagt etwa der aus Essen kommende Zweitligaschiedsrichter Sven Waschitzki: "Ohne Schiedsrichter rollt der Ball nirgendwo." Sein Kollege Thorben Siewer aus Olpe sagt: "Wir Schiedsrichter stehen zusammen - egal in welcher Klasse."

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Am vergangenen Sonntag (27.10.2019) war ein 22 Jahre alter Unparteiischer in der hessischen Kreisliga C von einem Spieler per Faustschlag niedergestreckt und bewusstlos geschlagen worden. Er musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden.

Der Fall löste eine Debatte über Gewalt auf den Amateurplätzen aus. Die DFB-Spitze schrieb in einem Brief an die Schiedsrichter:

"Die zahlreichen Gewalttaten, Respektlosigkeiten und Übergriffe gegen Schiedsrichter auf den Amateurplätzen schockieren auch uns, wir sind bestürzt, fassungslos und betroffen."

DFB wünscht sich "größeren Ermittlungseifer"

Der DFB nahm aber auch Polizei, Justiz und Politik in die Pflicht. Der Fußball mit seinen 80.000 Spielen pro Woche sei kein rechtsfreier Raum.

"Von den Staatsanwaltschaften und der Polizei wünschen wir uns mitunter einen größeren Ermittlungseifer, wenn es um Straftaten auf dem Fußballplatz geht", hieß es in einer Stellungnahme.

Ein Berliner Verein ergriff bereits eigene Maßnahmen. Der Landesligist will auf seiner Anlage die Schiedsrichter ab sofort von einer Sicherheitsfirma schützen lassen.

Gewalt gegen Hobby-Schiedsrichter: "Keine Ausnahme mehr"

WDR 5 Morgenecho - Kommentar 25.06.2019 01:49 Min. Verfügbar bis 23.06.2020 WDR 5 Von Doro Blome-Müller

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Stand: 02.11.2019, 10:48