Dortmunder Reitturnier vorzeitig abgebrochen

Das Reitturnier in Dortmund findet vor leeren Rängen statt.

Dortmunder Reitturnier vorzeitig abgebrochen

  • Geister-Reitturnier in Dortmund doch abgebrochen
  • Sonntag noch drei Prüfungen ausgetragen
  • Werth: Es ging um Schadensbegrenzung

Jetzt also doch: Das internationale Reitturnier in Dortmund ist am Sonntagmorgen (15.03.2020) abgebrochen worden. Gegen 10.30 Uhr wurde das vorzeitige Ende der Veranstaltung in der Westfalenhalle verkündet. Kurz zuvor war nach Angaben des Veranstalters eine Verfügung der Stadt Dortmund eingegangen.

Trotz der Ausbreitung des Coronavirus war bis dahin mehrere Tage geritten worden. Auch am Sonntagmorgen waren drei Prüfungen ausgetragen worden. Die Nachwuchs-Dressurreiterin Sophie Dammeyer war die letzte Siegerin der viertägigen Veranstaltung, ehe der Veranstalter den Abbruch verkünden musste.

Werth: Ein Trauerspiel

"Es ist ein Trauerspiel, aber es geht nicht anders", kommentierte die sechsmalige Olympiasiegerin Isabell Werth. Die Rheinbergerin war zunächst nach 's-Hertogenbosch gereist, um dort die Weltcup-Prüfung zu reiten. Nach der Absage in den Niederlanden fuhr Werth nach Dortmund und ritt dort. "Ich habe das vor allem für den Veranstalter gemacht, um ihm den Rücken zu stärken", erklärte die 50 Jahre alte Dressurreiterin: "So ein Turnier ist ja ein wahnsinniges Investment. Da geht es um Schadenbegrenzung."

Turnierorganisator Funke erklärte: "Eine Absage hätte uns rund 600.000 Euro gekostet. Mit der Möglichkeit unter Auflagen das Turnier durchzuführen, ist der Verlust zumindest zu verringern. Gleichzeitig konnten wir die Auflagen der Behörden guten Gewissens umsetzen."

Der Veranstalter konnte das Turnier nach eigener Aussage bis zur Absage durchführen, weil er den Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW berücksichtigt. Demnach waren Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern untersagt.

Stand: 15.03.2020, 11:26