Dorothee Schneider auf Showtime bei der Dressur-DM in Balve.

Dressur-DM in Balve: Schneider gewinnt Grand Prix Special

Stand: 11.06.2022, 14:56 Uhr

Bei der Dressur-DM in Balve holt Dorothee Schneider mit Showtime zum zweiten Mal nach 2019 den Titel im Special. Derweil ärgert sich Isabell Werth mächtig über sich selbst.

Isabell Werth war mächtig sauer, und sie zeigte es auch, was normalerweise gar nicht so ihre Art ist. "Ich muss das alles auf meine Kappe nehmen", sagte die erfolgreichste Reiterin der Geschichte, die mit dem hochveranlagten Quantaz bei der Dressur-DM in Balve den ungewohnten dritten Platz im Grand Prix Special hinter Dorothee Schneider mit Showtime und dem Überraschungszweiten Frederic Wandres mit Duke of Britain belegte.

Quantaz, diese kraftvolle Mischung aus Macho und Genius, sei seit einem Jahr keinen Special mehr gegangen. "Das ist mir wirklich durchgegangen, und dass ich ihn mit meiner ganzen Erfahrung nicht richtig auf diese Prüfung vorbereitet habe, ärgert mich maßlos", sagte Werth. Sie könne nur versuchen, daraus zu lernen: "Es tut mir auch echt leid für das Pferd, denn er hat sich seit letztem Jahr so unglaublich weiterentwickelt."

Quantaz patzt mehrfach

Nach einem fulminanten Beginn des Programms hatte Quantaz vor allem bei den Einer- und Zweierwechseln mehrfach gepatzt. "Aus der Galopptour heraus hat er seinen Rhythmus nicht gefunden, das muss man halt üben", sagte Werth, die den zwölfjährigen Wallach nach dem Rückzug von Bella Rose und Weihegold als neue Nummer eins in ihrem Stall bezeichnet.

Während aber der Reiter während einer Kür spontan sein Programm umstellen kann, ist der Ablauf im Special genau vorgegeben, es bestand folglich keine Chance, die Lektionen anders zu gestalten.

Dorothee Schneider und ihr majestätischer Showtime hatten diese Probleme nicht, immerhin hat der dunkelbraune Hannoveraner Wallach auch schon vier Jahre mehr Erfahrung auf dem Buckel als Quantaz.

Schneider und "Showi" zeigten eine makellose Vorstellung, die mit 83,686 Prozentpunkten belohnt wurde. "Wir sind eigentlich beide ein bisschen schüchtern", sagte Schneider, die bei der Siegerehrung sogar ein paar Freudentränchen verdrückte: "Aber wenn wir merken, jetzt gilt es, dann drehen wir auf."

Wandres stößt Debatte um WM-Besetzung an

Das tat auch Frederic Wandres, Bereiter auf dem Hof Kasselmann in Hagen am Teutoburger Wald. Mit Duke of Britain stieß der 35-Jährige die Diskussion um die Besetzung der Equipe für die WM im August in Herning ganz neu an.

Bundestrainerin Monica Theodorescu wollte sich trotzdem zu keiner Prognose hinreißen lassen: "Das werden wir noch ausführlich von vorne und hinten besprechen, wir haben ja immerhin auch noch Aachen vor uns." Bis dahin hat Quantaz mit Sicherheit auch den Special wieder intus.

Reiten: Deutsche Meisterschaften Dressur und Springen | Vorletzter Turniertag

Sport im Westen 11.06.2022 01:29:01 Std. Verfügbar bis 10.06.2023 WDR

Quelle: sid