Gefährliches Herpes-Virus versetzt Reitsport in Angst

Angst vor Pferde-Herpes Lokalzeit Münsterland 03.03.2021 03:09 Min. Verfügbar bis 03.03.2022 WDR Von Rolf Heutmann

Gefährliches Herpes-Virus versetzt Reitsport in Angst

Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) schließt den Bundesstützpunkt in Warendorf für externe Pferde. Es sagt zudem alle Sichtungslehrgänge sowie das Bundesnachwuchschampionat der Springreiter ab. Hintergrund ist die rasante Verbreitung eines Herpes-Virus für Pferde.

Wegen der rasanten Verbreitung eines Herpes-Virus bei Pferden wird es bis mindestens 28. März keine Reitturniere in Deutschland geben. Nachdem der Weltverband FEI in zehn Ländern alle internationalen Turniere verboten hatte, sagte am Dienstagnachmittag die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) die nationalen Turniere ab.

Bundesstützpunkt in Warendorf geschlossen

Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) reagierte umgehend und schloss aus Vorsicht zudem den Bundesstützpunkt in Warendorf für externe Pferde, alle im März anstehenden nationalen Turniere sind verschoben. Der Ausbruch sei "wahrscheinlich der schlimmste in Europa seit vielen Jahrzehnten", sagte FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez.

Vier deutsche Pferde bereits gestorben

"Dieser EHV-1-Stamm ist besonders aggressiv und hat bereits Todesfälle bei Pferden und eine sehr große Anzahl von schweren klinischen Fällen verursacht", so Ibanez. Auf Menschen überträgt das Virus keine Krankheiten, für vier deutsche Pferde kam laut Mitteilung der Reiterlichen Vereinigung FN am Dienstagnachmittag aber jede Hilfe zu spät.

Ausbruch bei Turnierserie in Valencia

Und das Virus ist auf dem Vormarsch: Der Ausbruch begann bei einer Turnierserie an der spanischen Ostküste, in Valencia. Ausgehend von dort sei es schon in mindestens drei weiteren europäischen Ländern nachgewiesen worden, teilte die FEI mit. Beim Weltverband herrscht große Sorge vor einer möglichen weiteren Verbreitung über den ganzen Kontinent.

"Wir wissen auch, dass eine große Anzahl von Pferden den Veranstaltungsort in Valencia ohne ein offizielles Gesundheitszertifikat verlassen hat, was bedeutet, dass sie einen unbekannten Gesundheitsstatus hatten", sagte Ibanez: "Einige Pferde waren bereits krank, und das Risiko einer Übertragung durch diese Pferde ist ein großes Problem."

Alle Valencia-Teilnehmer für weitere Turniere gesperrt

Die FN hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen alle deutschen Teilnehmer kontaktiert und darüber aufgeklärt, welche Schutzmaßnahmen auf der Heimreise sowie nach der Rückkehr zu beachten sind.

Alle Pferde, die seit dem 1. Februar an Turnieren in Valencia teilgenommen haben, sind vorerst für weitere Turnierteilnahmen gesperrt. "Erst wenn diese Pferde auf das EHV-1 getestet wurden und das Testergebnis negativ ausgefallen ist, dürfen diese Pferde wieder an Turnieren teilnehmen", hieß es in einer Mitteilung.

Stand: 03.03.2021, 20:00