Nach Verbot der "One-Love-Binde": So reagieren Fußball-Sponsoren

Nach Verbot der "One-Love-Binde": So reagieren Fußball-Sponsoren

Stand: 22.11.2022, 19:19 Uhr

Der Kölner Handelsriese Rewe zieht wegen der FIFA-Entscheidung zur "One-Love“-Armbinde früher als geplant einen Schlussstrich unter die Kooperation mit dem DFB. Und was sagen andere große Sponsoren?

Bislang war der Kölner Handelsriese Rewe einer der Sponsoren des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Doch damit ist es jetzt vorbei. Rewe beendet wegen des abgeblasenen Aufstands des DFB gegen das WM-Verbot der "One Love"-Armbinde ab sofort die Zusammenarbeit.

Schon im Oktober hatte Rewe dem DFB mitgeteilt, den langjährigen Partnerschaftsvertrag nicht weiterzuführen - damals noch ohne inhaltliche Verbindung zur Weltmeisterschaft.

Auf der Binde ist ein Herz in bunten Regenbogenfarben zu sehen sowie der Slogan One Love zu lesen. Die Aktion sollte ein Zeichen gegen Homophobie, Antisemitismus und Rassismus sowie auch für Menschenrechte und Frauenrechte sein. Der Weltverband FIFA drohte unter anderem dem DFB mit Sanktionen, falls bei der WM Spieler die Binde tragen. Rewe-Konzern-Chef Lionel Souque nannte dies als Chef eines vielfältigen Unternehmens skandalös - und zog als Sponsor des DFB die Reißleine.

Sponsor Ergo bedauert Entscheidung

Bislang scheint Rewe mit der Entscheidung allein dazustehen. Andere große Sponsoren - insgesamt gibt es 13 - sehen aktuell keinen Anlass, ihre Kooperation mit dem DFB zu beenden. Sie setzen auf Dialog.

Zum Beispiel die Versicherungsgesellschaft Ergo. Ein Unternehmenssprecher sagte dem WDR, die Ergo habe die DFB-Entscheidung und die der anderen europäischen Fußballverbände, auf das Tragen der "One-Love"-Armbinde zu verzichten, "zur Kenntnis" genommen. "Wir bedauern, dass die Binde nicht getragen wird, unterstützen die verschiedenen Initiativen des DFB mit Blick auf Menschenrechte, Diversität und Chancengleichheit und stehen in engem Austausch mit dem Verband", so der Sprecher.

Adidas wirbt für liberale Haltung

Der Sportartikelriese adidas als FIFA- und DFB-Partner forderte eine liberale Haltung. "Wir sind davon überzeugt, dass Sport offen für alle sein muss", teilte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen mit: "Wir unterstützen unsere Spieler*innen und Teams, wenn sie sich für positiven Wandel einsetzen. Sport bietet wichtigen Themen eine Bühne. Es ist unerlässlich, die Diskussion fortzuführen."

Zurückhaltung bei der Telekom

Auch die Telekom als Fußball-Sponsor äußerte sich zurückhaltend. "Wir halten nichts von überstürzten Entschlüssen und müssen zunächst die Hintergründe der Entscheidung des DFB verstehen", sagte ein Sprecher dem WDR. Deshalb werde die Telekom zeitnah mit dem DFB über die gesamte Thematik sprechen. Grundsätzlich stehe die Telekom für das, was Menschen, Gesellschaften und Kulturen verbindet. Die Telekom nehme ihre Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt sehr ernst.

Coca-Cola und van Laack bleiben Sponsor

Coca-Cola setzt ebenfalls auf eine langfristige Partnerschaft mit dem DFB als auch mit der FIFA: "Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Veränderungen Zeit brauchen und durch nachhaltige Zusammenarbeit und aktives Engagement erreicht werden können", so ein Sprecher. Auch der Kleidungshersteller van Laack bleibt Sponsor des DFB: Schon aus juristischen Gründen erscheine eine "hektische Kündigung kaum möglich".

Lufthansa: "Diversität gewinnt"

Zu den DFB-Partnern zählt auch Deutschlands größte Fluggesellschaft, die Lufthansa. Ein Sprecher sagte dem WDR, die Lufthansa beabsichtige nicht, die Partnerschaft mit dem DFB zu beenden. Lufthansa stehe für Weltoffenheit, Toleranz, Vielfalt und die Verbindung von Menschen. Für diese Haltung werbe Lufthansa in aller Welt. Aktuell werde das Flugzeug mit der "Diversity Wins"-Sonderlackierung auf verschiedenen Langstreckenverbindungen eingesetzt, auch nach Doha.

Schon eine Woche vor WM-Beginn tat sie unmissverständlich kund, wofür sie steht: "Diversität gewinnt", hieß es auf Twitter:

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