Jan-Lennard Struff und der fehlende nächste Schritt

Chance auf das French-Open-Viertelfinale verpasst: Jan-Lennard Struff.

Tennis | French Open

Jan-Lennard Struff und der fehlende nächste Schritt

Von Sebastian Hochrainer

Im Achtelfinale der French Open scheiterte Jan-Lennard Struff trotz einer Vielzahl an Chancen. In entscheidenden Momenten verlassen den 31-Jährigen zu oft die Nerven.

Jan-Lennard Struff hatte in Paris die große Chance, erneut persönlich Geschichte zu schreiben. Im Achtelfinale der French Open gegen Diego Schwartzman hatte der Warsteiner die Möglichkeit, es erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier unter die besten Acht zu schaffen. Doch dann wiederholte sich das, was für seine gesamte bisherige Karriere gilt: Er spielte gut, hatte viele Chancen, nutzte sie aber nicht - Struff fehlte wieder mal die Durchschlagskraft.

Starke Leistungen in Paris

Dabei war seine Zeit beim größten Sandplatz-Turnier der Welt sehr sehenswert. In der ersten Runde musste der 31-Jährige mit dem an Nummer sieben gesetzten Andrej Rublev schon eine enorm hohe Hürde nehmen und schaffte das in fünf Sätzen. Es folgten überzeugende Dreisatz-Siege gegen Facundo Bagnis und Carlos Alvarez, ehe es zum Duell gegen Schwartzman, in Paris an Nummer zehn gesetzt, kam.

Struff hatte den Argentinier im Griff, zeigte seine starke Form. Der flinke Schwartzman hatte große Schwierigkeiten mit dem schlagstarken Sauerländer. "Ich wusste, dass ich die Möglichkeiten habe, um ihn zu schlagen", sagte Struff hinterher. Doch er ließ Chance um Chance liegen, verlor auch zu oft seinen Aufschlag. Der Knackpunkt war der erste Satz, in dem er sieben Satzbälle liegen ließ und den er am Ende im Tie-Break abgab.

Traum vom Viertelfinale gegen Nadal geplatzt

Struff zeigte, dass er das Können für mehr hat, aber zu oft in den entscheidenden Momenten die Nerven verliert. "Das Match ist extrem bitter gelaufen. Dadurch, dass ich den ersten Satz noch verloren hatte, bekam Diego ein gutes Gefühl, dabei hätte ich mit dem gewonnen Satz im Rücken in den zweiten gehen müssen und wäre dann vorne weggegangen. Das ist aber leider nicht passiert und hat ihm den Weg geebnet", erklärte Struff hinterher bei "Eurosport".

Sein Ziel sei gewesen, "unbedingt ins Viertelfinale" einzuziehen, "das wäre die Möglichkeit gewesen, gegen Rafael Nadal zu spielen, dieses Match wollte ich unbedingt haben". Stattdessen trifft der spanische Meister des Sandplatztennis' nun auf Schwartzman.

Struff muss dagegen die Heimreise antreten. Doch es bleibt die Erkenntnis, dass er trotz der Enttäuschung die wohl beste Saison seiner Karriere spielt - jedoch immer auch mit einem Manko verbunden. Anfang Mai erreichte Struff in München bei seinem 171. ATP-Turnier sein erstes Finale, verlor das jedoch gegen den Georgier Nikolos Bassilaschwilli.

Stand: 08.06.2021, 11:34