Daniil Medvedev schlägt in Halle auf.

Russen sind beim Tennis-Turnier in Halle dabei

Stand: 26.04.2022, 10:30 Uhr

Anders als beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon dürfen die russischen Tennis-Profis Daniil Medvedev und Karen Khachanov beim Rasen-Tennis-Turnier in Halle/Westfalen an den Start gehen.

Von Jens Mickler

Die Veranstalter in Wimbledon hatten vergangene Woche entschieden, alle russischen und belarusischen Tennis-Profis vom Turnier auszuschließen. Sie begründeten ihre Entscheidung mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine.

Das russische Regime um Präsident Wladimir Putin solle keinen Nutzen aus dem Auftreten von Spielern aus Russland und Belarus ziehen.

Unter neutraler Flagge am Start

Dieser Entscheidung folgten die Organisatoren des Rasenturniers in Halle/Westfalen, den Terra Wortmann Open (vormals Gerry Weber Open) nicht. "Wir schließen uns der Auffassung der ATP an, dass die Spieler weiter unter neutraler Flagge am Turnier teilnehmen dürfen. Ein Ausschluss aufgrund der Nationalität ist nicht der richtige Weg", sagte Ralf Weber gegenüber dem Haller Kreisblatt.

Unter neutraler Flagge heißt, dass beispielsweise die Länderkennung hinter den Namen der Spieler beim Turnier im Juni (11. bis 19. Juni) nicht auftaucht.

Pro und Contra zum Russland-Aus in Wimbledon

Sportschau 26.04.2022 02:23 Min. Verfügbar bis 26.04.2023 ARD Von Ina Kast und Lars Pegelow


Die ATP hatte die Entscheidung der Wimbledon-Verantwortlichen kritisiert. Dieser Kritik schloss sich unter anderem auch der deutsche Top-Spieler Alexander Zverev an, der in Halle startet. Während das Haller Turnier unter dem Dach der Spielerorganisation ATP ausgetragen wird, werden die Grand-Slam-Turniere wie Wimbledon von der ITF (International Tennis Federation) veranstaltet.

Weitere russische Starter möglich

Bei den Terra Wortmann Open, das Haller Turnier wird auch "Klein-Wimbledon" genannt, stehen im Weltranglistenzweiten Daniil Medvedev und Karen Khachanov (aktuell 26. der Weltrangliste) zwei Spieler im Teilnehmerfeld, die vom Wimbledon-Ausschluss betroffen sind. Medvedev war im vergangenen Jahr überraschend in der ersten Runde an Jan-Lennard Struff (Warstein) gescheitert.

Halles Turnierdirektor Weber schloss nicht aus, dass neben Medvedev und Khachanov weitere Profis in Halle aufschlagen werden. So könnte beispielsweise auch der Russe Andrej Rublev, Halle-Finalist im Vorjahr und mit Alexander Zverev freundschaftlich verbunden, für das Turnier in Ostwestfalen noch melden.

Rublev hatte nach Ausbruch des Krieges in sozialen Netzwerken deutlich Position bezogen und von völkerrechtswidrigen Handlungen gesprochen. Im Wimbledon-Ausschluss sah er eine klare Diskriminierung.