Halle: Sensations-Doppel Mies/Krawietz macht Federer Konkurrenz

Kevin Krawietz (l.) und Andreas Mies in Halle/Westfalen

Halle: Sensations-Doppel Mies/Krawietz macht Federer Konkurrenz

  • Grand-Slam-Doppel Mies/Krawietz startet in Halle
  • Deutsches Tennis-Duell mit Brown/Pütz in Runde eins
  • Federer strebt zehnten Turniersieg an
  • Zverev kann sich Karriere-Vertrag vorstellen

Doppel-Konkurrenzen sind bei ATP-Turnieren normalerweise Beiwerk. Die Zuschauer können einige Spiele zusätzlich sehen, die Spieler ihr Preisgeldkonto aufbessern. Aber dieses Jahr in Halle steht der Doppel-Wettbewerb dick in den Schlagzeilen, denn in Andreas Mies (Köln) und Kevin Krawietz (Coburg) starten die frisch gekürten French-Open-Sieger beim am Montag beginnenden Turnier in Ostwestfalen.

Noch vor zwei Wochen waren die beiden nur Insidern ein Begriff, jetzt sind sie am Samstag (15.06.2019) als Gäste bei der Einzel-Auslosung in Halle umjubelt worden. "Wir sind überwältigt von dem stürmischen, begeisternden Empfang hier", sagte Krawietz. "Das hätte ich jetzt so nicht erwartet." Mies und Krawietz hatten in Paris völlig überraschend den ersten Grand-Slam-Triumph eines deutschen Doppels seit 82 Jahren eingefahren.

Mies/Krawietz gegen Brown/Pütz

"Wir kommen mit viel Selbstvertrauen nach Halle", sagte der 28 Jahre alte Mies. "Wir werden von der ersten Minute an voll da sein." Das wird auch nötig sein, denn die Auslosung hat Mies/Krawietz einen "echten Kracher" (Zitat Mies) beschert: Dustin Brown (Winsen/Aller) und Tim Pütz (Frankfurt).

Mies kennt Brown aus der Bundesliga vom KTHC Rot-Weiss Köln. Rasenspezialist Brown hat in der Vorwoche in Stuttgart durch einen Sieg gegen Deutschlands Top-Spieler Alexander Zverev für Furore gesorgt. Pütz ist Doppel-Experte, hat für das deutsche Davis-Cup-Team alle seiner bisher vier Doppel gewonnen.

Federer zum 17. Mal dabei

Bei allem Hype um Mies/Krawietz ist Roger Federers 17. Auftritt in Halle natürlich auch eine Erwähnung wert. Er fühle sich "richtig frisch, gut ausgeruht und bereit", sagte der Schweizer. Sein Ziel sei der zehnte Turniersieg in Halle - das hat Federer noch bei keinem ATP-Tour-Turnier geschafft.

Federer besitzt bei dem Turnier, das früher Gerry-Weber-Open hieß und jetzt, bei der 27. Ausgabe, erstmals unter dem Titel "Noventi Open" firmiert, einen sogenannten Lifetime Contract. Demnach ist er verpflichtet, bis zu seinem Karriereende in der Turnierwoche von Halle nur beim dortigen Rasenturnier anzutreten.

Wohin geht der Weg für das Tennisturnier in Halle?

Sportschau 14.06.2019 02:54 Min. ARD Von Mareike Zeck

Zverev möglicher Federer-Nachfolger

Der Weltranglistenfünfte Zverev gilt schon länger als potenzielles neues Aushängeschild des Turniers. "Ich fühle mich hier unheimlich wohl. Ich hätte nichts dagegen, einen entsprechenden Vertrag mit dem Turnier abzuschließen, so wie Roger Federer", sagte Zverev am Sonntag. Das dürften die Turnierverantwortlichen wohlwollend aufgenommen haben.

red | Stand: 16.06.2019, 18:21