Tennisprofi Oscar Otte

Ottes unkonventioneller Tennis-Stil: "Spiele so bisschen Trallala"

Stand: 22.11.2022, 08:37 Uhr

Deutschlands Tennisprofi Oscar Otte will Kanada im Davis-Cup-Viertelfinale mit seinem unkonventionellen Spielstil zermürben. "Ich spiele schon so bisschen Trallala", so der Kölner vor dem Duell am Donnerstag in Málaga.

Den für viele Kölner so heiligen 11.11. ließ Tennisprofi Oscar Otte sausen. Statt an Karneval mit seinen Jungs verkleidet durch die Domstadt zu ziehen, stand für die deutsche Nummer 1 vor der Davis-Cup-Endrunde ein Fitnessblock auf dem Programm. "Als ich mittags die ersten Fotos von Freunden gesehen habe, hat es schon ein bisschen gekitzelt. Aber das wäre kontraproduktiv gewesen", sagte der 29 Jahre alte Kölner.

Otte erhält in Malaga die nächste Chance auf seinen ersten Sieg im Deutschland-Trikot. Es ist die Vierte, nachdem der Weltranglisten-65. in der Zwischenrunde all seine Einzel verloren hatte. "Ich fühle mich schon sicherer. Damals war es kurz nach der Knie-OP, da hat einiges gefehlt", sagte der Rheinländer rückblickend. Nun sei er spielerisch und mental besser vorbereitet. Gewinnen will Otte immer, "aber im Davis Cup will ich es nochmal einen Ticken mehr". Die favorisierten Nordamerikaner haben den Weltranglisten-Sechsten Felix Auger-Aliassime und den Weltranglisten-18. Denis Shapovalov nominiert. Egal, gegen wen es geht: Otte ist Außenseiter. 

Doch mit seinem unkonventionellen "Tralala"-Spielstil will der Kölner seine Chance nutzen: "Ich habe ein großes Schlagrepertoire, streue gerne mal einen Stopp oder unterschnittenen Slice ein", so Otte, der außerdem auf den Teamgeist setzt.

"Zuversichtlich, dass da was gehen kann"

Mit dem "sensationellen Team" im Rücken glaubt der 29 Jahre Kölner an die Überraschung. Beim Duell mit Auger-Aliassime im Oktober hatte der 1,93 Schlacks seinen kanadischen Kontrahenten bereits am Rande einer Niederlage. "Ich bin relativ zuversichtlich, dass da was gehen kann. Die Chancen stehen gut, gegen Kanada ist etwas drin", befindet die Nummer 65 der Welt. 

Struff: "Sind für mich die coolsten Wochen im Jahr"

Auch Jan-Lennard Struff hat nur Gutes über den Teamgeist zu berichten. "Das sind für mich mit die coolsten Wochen im Jahr", sagt der Warsteiner und erklärt: "Das Jahr war für mich schwierig, ich habe nicht gut gespielt, war verletzt. Davis Cup in Hamburg zu spielen hat mir dann einen ordentlichen Push gegeben. Es macht mir einfach immer unglaublich viel Spaß, mit dem Team zusammen zu sein. Dieser Spirit pusht mich noch einmal zusätzlich.

Und auch der Frankfurter Tim Pütz ist "heiß auf den Davis Cup. Das ist ein Highlight für mich, auf das wir uns alle schon seit Wochen gefreut haben."

Kapitän Kohlmann lobt "besondere Truppe"

Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann.

Die Einstellung und der Wille stimmt also im Team. Das sieht auch Kapitän Michael Kohlmann so: "Die Mannschaft steht zusammen - egal, was auf dem Platz passiert. Mit diesem Gefühl zu spielen und nicht aufzugeben, das macht uns stark. Wir haben eine sehr besondere Truppe. Das hilft uns in wichtigen Situationen."

Wenn es nach ihm geht, soll die Davis-Cup-Reise auch nach K.o.-Runde gegen Kanada weitergehen. "Keiner von uns hat Lust, am Donnerstag gleich wieder nach Hause zu fliegen", so der Herdecker und gibt die Marschrichtung vor: "Die Herangehensweise ist, dass wir keine Partie verlieren wollen. Das haben wir in Hamburg geschafft und das wollen wir auch in Spanien hinkriegen."

Deutsche Team weiter ohne Zverev

Der Teamgeist in der deutschen Davis-Cup-Mannschaft stimmt (v.l.):  Tim Pütz, Kevin Krawietz, Jan-Lennard Struff, Oscar Otte und Yannik Hanfmann.

Der Teamgeist in der deutschen Davis-Cup-Mannschaft stimmt (v.l.): Tim Pütz, Kevin Krawietz, Jan-Lennard Struff, Oscar Otte und Yannik Hanfmann.

Verzichten muss Kohlmann in der K.o.-Runde des traditionsreichen Teamwettbewerbs weiter auf Topspieler Alexander Zverev (Knochenödem). Otte und Struff treten in den Einzeln an. Das deutsche Team komplettieren Yannick Hanfmann (Karlsruhe) sowie das noch ungeschlagene Doppel Kevin Krawietz/Tim Pütz (Coburg/Frankfurt). 

Quelle: dpa/ots