Oscar Otte bejubelt seinen Viertelfinal-Einzug in Halle.

Tennis

Tiebreak entscheidet: Otte schlägt Basilashvili in Halle und steht im Viertelfinale

Stand: 16.06.2022, 18:52 Uhr

Beim ATP-Turnier in Halle (Westfalen) hat Tennisprofi Oscar Otte die nächste Hürde genommen. Der Kölner ist der letzte Deutsche im Feld und steht nun im Viertelfinale.

Am Donnerstagnachmittag (16.06.2022) steigerte sich Otte nach einem schwächeren ersten Satz und bezwang Basilashvili mit 4:6, 6:0, 7:6 (7:2). In der Runde der letzten Acht trifft Otte auf den Russen Karen Chatschanow.

Otte schlägt stark auf, hat aber Return-Probleme

In gefühlter Rekordzeit von 36 Minuten spielten Basilashvili und Otte den ersten Satz. In diesen quetschten die Kontrahenten ganze zehn Spiele, was auch am spektakulären Aufschlagspiel beider Tennisprofis lag.

Allerdings agierte Basilashvili insgesamt etwas griffiger, schaffte früh das Break. Otte agierte zwar sehr fokussiert und präzise beim Serivce, scheiterte aber einige Male an schlechten Returns, wenn der Georgier ins Rollen kam. Vor dem Satzball für Basilashvili brüllte Otte seinen Frust mal heraus, doch es brachte nichts. Der nächste schwache Return besiegelte den ersten Satzgewinn für Ottes Gegenüber.

Zweiter Satz durch Otte dominiert

Doch im nächsten Satz bekam der 28-Jährige das Returnspiel merklich in den Griff. Er zog auf 3:0 davon, drängte Basilashvili in die Defensive.

Die Nummer 51 der Welt beeindruckte mit seinem dominanten Spiel nach dem Satzverlust den Georgier, der allerdings nicht aufsteckte. Und Otte etwa in Spiel drei einen Kraftakt bei einer langen Rally abverlangte, bevor der Kölner die Oberhand behielt und das Break bestätigte.

Ottes Aufschlagspiel blieb stark und so stand auch dank der Asse sechs bis neun für den zweiten Satz ein makelloses 6:0 für den Deutschen auf der Anzeigetafel. Basilashvili war durchaus verblüfft über diese Abfuhr nach dem für den 30-Jährigen besser gelaufenen ersten Satz.

Basilashvili wehrt sich im dritten Satz wieder

Im dritten Satz kämpfte sich Basilashvili wieder ran und glich zum 1:1 aus, nachdem Otte sich satzübergreifend das siebte Spiel in Folge geholt hatte.

Leistungsmäßig bot sich wieder ein ausgeglicheneres Bild mit leichten Vorteilen für Ass-Spezialist Otte, dessen Aufschläge nach wie vor enorm präzise kamen und der vom Publikum frenetisch gefeiert wurde.

Starkes Tennis auf beiden Seiten zum Ende

Das Match erreichte auf beiden Seiten ein hohes Niveau, auch Basilashvili wehrte sich wieder nach Kräften. Dennoch blieben die Otte-Asse eine Klasse für sich - der Kölner schlug zwei davon hintereinander zum zwischenzeitlichen 3:2.

Doch Basilashvili glich mit einer starken Rally sofort wieder aus. Weil beide Spieler im weiteren Verlauf des Satzes jeweils ihre Aufschlagspiele durchbrachten, musste der Tiebreak für die Entscheidung sorgen. Mit einem starken Vorhand-Return holte sich Otte das erste Mini-Break und ging mit 2:0 in Führung. Weil Basilashvili dann eine Riesenchance liegen ließ, konnte der Kölner seine Führung auf 4:1 ausbauen - die Entscheidung. Otte verwandelte schließlich seinen zweiten Matchball und steht im Viertelfinale.

Otte erstmals unter den Top 50

"Ich hätte am liebsten ein Stück Rasen rausgerissen oder meinen Schläger irgendwo hingeworfen", sagte Otte nach dem Match gegenüber dem WDR. In der Weltrangliste klettert der Kölner auf Platz 41 und steht damit erstmals unter den Top 50. "Hätte mir das jemand vor zwei Jahren gesagt, den hätte ich den Vogel gezeigt."

Den Sprung ins Viertelfinale schaffte auch der Weltranglisten-Erste Daniil Medwedew. Der Russe gewann gegen Ilja Iwaschka aus Belarus mit 7:6 (7:4), 6:3, musste aber vor allem im ersten Satz hart kämpfen. Iwaschka, der zum Auftakt Jan-Lennard Struff bezwungen hatte, vergab drei Satzbälle, ehe Medwedew das Match doch noch unter Kontrolle bekam. Nach 1:36 Stunden nutzte die Nummer eins der Welt den dritten Matchball.

Quelle: jti