Dopingprozess gegen Profiboxer Sturm geplatzt

Felix Sturm

Dopingprozess gegen Profiboxer Sturm geplatzt

  • Boxer Felix Sturm trotz positiven Dopingtests vor Rückkehr
  • Dopingprozess in Köln geplatzt
  • Kritik von der NADA

Der frühere Boxweltmeister Felix Sturm steht vor einer Rückkehr in den Ring. Der Dopingprozess gegen den 39-Jährigen ist geplatzt. "29 Jahre in diesem Sport, 29 Jahre sauber. Ich komme zurück", twitterte Sturm. Die Staatsanwaltschaft Köln hatte den früheren Weltmeister nach dessen positiver Dopingprobe Anfang 2016 auch wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt und damit juristisches Neuland betreten.

Gericht lehnt Hautpverfahren ab

Vergeblich. Am Montag (21.02.2019) wurde die Eröffnung des Hauptverfahrens von der 8. Großen Strafkammer in Köln abgelehnt. "Das Gericht ist der Argumentation der Verteidigung gefolgt, wonach ein vorgenommenes Gutachten zu dem Schluss kommt, dass keine dopingrelevanten Spuren vorhanden sind", sagte Sturms Anwalt Gottfried Reims.

Kritik gab es von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA). "Wir sehen es weiterhin sehr kritisch, dass der Fall sportrechtlich vom internationalen Sportverband nicht nach den Vorgaben des Welt-Anti-Doping-Codes behandelt wurde", sagte NADA-Justiziar und -Vorstandsmitglied Lars Mortsiefer. "Im Profiboxsport fehlt es leider immer noch an einem von der Welt-Anti-Doping-Agentur anerkannten Dopingkontrollsystem mit vorschriftsmäßigen Sanktionen. Nach wie vor erkennen weder der internationale Boxsport noch der nationale Sportfachverband, also der Bund Deutscher Berufsboxer, den Welt-Anti-Doping-Code an."

Rückkehr gegen Abraham?

Einen Profikampf hat Sturm seit dem 20. Februar 2016 nicht mehr bestritten. Nach der WM-Revanche gegen den Russen Fjodor Tschudinow wurde Sturm in A- und B-Probe positiv auf die anabole Substanz Hydroxy-Stanozolol getestet. Weder der Weltverband WBA noch der Bund Deutscher Berufsboxer hatte Sturm trotz einer positiven Probe gesperrt. "Da wird immer mehr der Ruf nach staatlichen Dopingkontrollen laut. Das kann man nicht auf die Verbände abwälzen, die dafür finanziell gar nicht in der Lage sind", sagte Thomas Pütz, Präsident vom Bund Deutscher Berufsboxer (BDB). "Das dürfen auch auf keinen Fall private Organisationen wie die WADA oder die NADA machen."

Trotz der Doping-Schlagzeilen könnte vor allem die Wende im Fall Sturm den Profiboxsport in Deutschland wieder zum Leben erwecken. Denn es scheint ein großer Kampf in der Mache zu sein. Supermittelgewichtler Sturm und sein Management peilen ein Aufeinandertreffen mit Ex-Weltmeister Artur Abraham (38) an.

sid | Stand: 22.01.2019, 14:45