Struff - der lange Weg zur Selbsterkenntnis

Tennisspieler Jan-Lennard Struff in Aktion.

Struff - der lange Weg zur Selbsterkenntnis

Von Jörg Strohschein

  • Jan-Lennard Struff befindet sich auf einem Höhenflug.
  • Der 29-Jährige hat dafür sich und sein Spiel verändert.
  • Der Tennisprofi verfolgt diesen Weg mit Nachdruck.

Er ging mit gesenktem Kopf und hängenden Schultern vom Platz. 2:6 und 1:6 hieß es nach einer guten Stunde im Masters-Achtelfinale von Cincinnati gegen Daniil Medwedew. Im seinem letzten offiziellen Match vor den US Open hatte der 29-Jährige aus dem sauerländischen Warstein eine herbe Klatsche kassiert.

Aber diese Pleite gegen den den Russen, den späteren Turniersieger und diesjährigen Shootingstar der ATP-Tour, dürfte das Selbstvertrauen Struffs, der in diesem Jahr Vater des kleinen Henri wurde, nicht nachhaltig beschädigt haben.

Bühne frei für die US Open

Sportschau 26.08.2019 01:14 Min. Verfügbar bis 26.08.2020 ARD

Erfolge gegen Top-Ten-Spieler

Schließlich befindet sich auch Struff in dieser Saison in sportlichen Sphären, die er zuvor noch nie erreicht hatte. Es war bereits sein drittes Achtelfinale bei einem Masters-Turnier in diesem Jahr. Seine Matchbilanz in 2019 von 28 Siegen bei 20 Niederlagen kann sich sehen lassen und hatte ihn Anfang Juli für kurze Zeit auf Platz 33 der Weltrangliste gehievt. Seine bisher beste Position im weltweiten Ranking. Mittlerweile ist er wieder die 37 der Welt.

Fünf seiner zehn Matches gegen Spieler aus den Top Ten hat er zuletzt gewinnen können. Der letzte Coup gelang ihm in Cincinnatti vor der Niederlage gegen Medwedew gegen den Topspieler Stefanos Tsitsipas (8).

Dennoch läuft der introvertierte Tennisprofi meist unter dem Radar, wenn es um die deutschen Spitzenkräfte im Tennis geht. Alexander Zverev und Angelique Kerber bestimmen zumeist die Diskussionen.

Struff hat sein Spiel verändert

Doch gerade in New York wäre es nicht verwunderlich, wenn es Struff gelänge, das beste deutsche Ergebnis zu erzielen. Schließlich werden Zverev und Kerber seit Monaten von anhaltenden und geradezu mysteriösen Formschwächen geplagt, während Struff eine bislang ungekannte Konstanz an den Tag legt.

Struff hat sich und sein Spiel in den vergangenen Monaten verändert. Er hat es sich abgewöhnt, so nett und höflich auf dem Tennisplatz zu sein, wie er es stets außerhalb ist. Er spielt nun die Bälle so, als wolle er seinem Gegner tatsächlich mit jedem einzelnen Schlag Schwierigkeiten bereiten.

Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit für einen Tennisprofi sein, war es bei dem Sauerländer aber nicht immer. Es war ein langer Weg zur Selbsterkenntnis, wie er seine Stärken endlich mehr in den Vordergrund stellen könne. "Ich arbeite sehr hart mit meinem Team, auch an an meiner Fitness und das alles zahlt sich aus", sagt Struff.

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Stand: 26.08.2019, 11:13