Jan-Lennard Struff im Spiel gegen Alcaraz

Wimbledon: Struff unterliegt Alcaraz - Altmaier raus

Stand: 28.06.2022, 16:37 Uhr

Nach über vier Stunden hartem Kampf auf höchstem Niveau unterlag Jan-Lennard Struff dem jungen Spanier Carlos Alcaraz. Auch Daniel Altmaier schied aus, Oscar Otte erreichte mühelos die zweite Runde.

Von Jörg Strohschein

Nach dem gewonnenen dritten Satz streckte Jan-Lennard Struff seinem Coach Carsten Arriens die Faust entgegen. Der 32-Jährige schien sich zu diesem Zeitpunkt recht sicher gewesen zu sein, dass er die 1. Runde in Wimbledon gegen das neue Tennis-Wunderkind Carlos Alcaraz überstehen würde. Doch Struff sollte nicht Recht behalten, die Partie war schwieriger als sie zunächst für ihn aussah.

Am Ende verlor der Warsteiner mit 6:4, 5:7, 6:4, 6:7, 4:6. Es war ein guter Auftritt für Struff, der nicht von Erfolg gekrönt war. Diese Niederlage ist besonders unerfreulich für den deutschen Routinier, weil schon die bisherige Saison alles andere als optimal verlaufen ist.

Eine Verletzung am rechten Fuß hatte Struff zuvor schon lange Zeit ausgebremst. Seit Ende März, nach den Miami Open, musste er sich eine Auszeit nehmen. Vor allem seine sonst so geliebte Saison auf der roten Asche, auf der er in der Vergangenheit gute Ergebnisse und damit auch viele Punkte für die Weltrangliste sammelte, verpasste er. Die French Open konnte er nur aus der Ferne beobachten.

Spielpraxis fehlte

Erst seit Anfang Juni kann er wieder auf der ATP-Tour teilnehmen. Bei den Stuttgart Open konnte er auf dem dortigen Rasen eine Runde gegen den Italiener Lorenzo Sonego gewinnen. Im westfälischen Halle unterlag er zum Auftakt dem Belarussen Ilya Ivashka. Und im Anschluss auf Mallorca zog er gegen den spanischen Routinier Fernando Verdasco den Kürzeren.

Allerdings vielmehr als um Siege ging es für Struff bei diesen kleineren Turnieren um Spielpraxis für den Sauerländer. Es ging darum, die richtige Form auszubilden, um in Wimbledon konkurrenzfähig zu sein. Und dieser Plan ist aufgegangen, auch wenn es gegen den Shootingstar der Tennisszene nicht ganz reichte.

Viel Selbstvertrauen gesammelt

Struff spielte gegen den Spanier solide, auch wenn er hier und da einigen Formschwankungen unterlag. Er hatte bereits wieder so viel Selbstbewusstsein gesammelt, dass er auch zweite Aufschläge mit höchstem Risiko servierte. Und mit denen er sich immer wieder aus bedrohlichen Situationen eindrucksvoll retten konnte.

Der Mut in engen Situationen, die aggressive Spielweise, der Offensivdrang: All diese Attribute formten den Rahmen für diesen Auftritt, der Struff den Rücken für die nächsten Aufgaben stärken sollte.

Altmaier unterliegt Ymer

Ausgeschieden ist auch Daniel Altmaier. Die Partie des Kempeners gegen den Schweden Mikael Ymer war am Montagabend beim Stand von 0:2-Sätzen aus Sicht des 23 Jahre alten Kempeners wegen Dunkelheit abgebrochen worden. Auch bei der Fortsetzung am Dienstag konnte sich Altmaier nicht steigern und verlor 3:6, 5:7, 5:7.

Otte gewinnt deutsches Duell

Oscar Otte hat dagegen das einzige deutsche Duell zum Wimbledon-Auftakt klar für sich entschieden. Der 28 Jahre alte Kölner setzte sich in 77 Minuten mit 6:1, 6:2, 6:1 gegen den Münchner Peter Gojowczyk durch und erreichte mühelos die zweite Runde.

Otte ist in Abwesenheit des verletzt fehlenden Olympiasiegers Alexander Zverev beim Rasen-Klassiker die deutsche Nummer eins bei den Herren und erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier gesetzt. Er trifft nun auf Christian Harrison aus den USA.