Rückkehr zum Training? NRW-Sportvereine zwiegespalten

Eine Hockeyspielerin führt den Ball mit ihrem Schläger

Rückkehr zum Training? NRW-Sportvereine zwiegespalten

Von Julian Tilders

  • KKHT Schwarz-Weiß setzt Sicherheitskonzept um
  • Corona-Lockerungen treffen nicht überall auf Gegenliebe
  • Auflagen stellen Vereine vor Herausforderungen

Ab dem 30. Mai soll er den Sportlern wieder erlaubt sein: der Körperkontakt. Bis dahin ist sportliche Betätigung im Verein zwar auch schon wieder möglich, allerdings nur unter strengen Infektionsschutz- und Hygienemaßnahmen. Und die sehen keinen Körperkontakt vor.

Es sind diese strikten Vorgaben, die den einen oder anderen Verein in NRW abhalten, die Rückkehr zum Trainingsbetrieb einzuleiten. So heißt es in einer Mitteilung des Fußball-Oberligisten TuS Ennepetal: "Die Anforderungen und Risiken sind schlicht zu hoch."

KKHT will sozialer Verantwortung gerecht werden

Beim Kölner Klub für Hockey- und Tennissport Schwarz-Weiß 1920 arrangiert man sich hingegen mit den Vorgaben. Dort ist am Montag (11.05.2020) der Trainingsbetrieb in den Kontaktsportarten Hockey und Lacrosse in Kleingruppen wieder angelaufen. Geschäftsführer Torsten Bartel erklärt gegenüber dem WDR: "Wir haben geguckt: Wie können wir unserer sozialen Verantwortung gerecht werden? Nämlich, die Kinder nach der Corona-Zeit wieder in Bewegung zu bekommen." Es habe vermehrt Anfragen der Mitglieder gegeben, wann es denn wieder losgehe.

Re-Start des Breitensports in NRW Aktuelle Stunde 11.05.2020 02:46 Min. Verfügbar bis 11.05.2021 WDR

Spezielles Sicherheitskonzept

Ein Sicherheitskonzept wurde mit Blick auf die Corona-Schutzverordnung entwickelt. Es gibt eine Parkzone für Ankömmlinge, in der "Wartezone" herrscht Mundschutzpflicht. Vor Betreten des Spielfeldes werden die Hände desinfiziert. Anschließend weist ein Trainer dem jeweiligen Spieler einen der vier eingeteilten Bereiche auf dem Kunstrasenplatz zu, wo in stets gleichbleibenden Vierergruppen mit je einem Übungsleiter trainiert wird. Nach Beendigung des Trainings wird auf einem zweiten Weg der Platz wieder verlassen. Wer zu spät zum Training erscheint, darf nicht mitmachen.

Ein hoher organisatorischer Aufwand. Bartel glaubt zwar nicht, dass sich solch eine Vorgehensweise nur große Sportvereine mit großen Anlagen leisten können, räumt aber ein: "Es liegt an der Personalstruktur." Die Trainer stünden unter einen hohen Belastung.

Auflagen schrecken teils ab

Kritiker befürchten, dass trotz Schutzkonzepten doch etwas passieren könnte. So schreibt die Jugendspielgemeinschaft St. Tönis (nahe Krefeld) auf ihrer Internetseite, sie sehe neben den "praxisfernen" Auflagen des Landessportbundes NRW "die Haftung unserer Trainer" und Ehrenamtlichen als "K.o.-Kriterium" für die Aufnahme des Trainingsbetriebes vor dem 30. Mai an.

100-prozentig ausschließen könne man die Verletzung von Auflagen laut Bartel natürlich nie. Auch könnten "die Kinder sich immer noch im Supermarkt oder beim Nachbarskind" anstecken, sagt der KKHT-Geschäftsführer. Doch er betont, die Einhaltung des Sicherheitskonzeptes werde genau dokumentiert, die Trainingsbeteiligung geschehe auf freiwilliger Basis und die Eltern seien bei der Erstellung des Konzeptes mit ins Boot geholt worden. Insgesamt seien die Mitglieder des KKHT "froh, dass sie wieder ein bisschen spielen können." Auch, wenn das vorerst nur ohne Körperkontakt geschehen kann.

Sportvereine werden kreativ

WDR 4 02.05.2020 02:10 Min. Verfügbar bis 02.05.2021 WDR 4 Von Ann-Marlen Hoolt

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Stand: 11.05.2020, 18:18