Nachwuchs-Talent Florian Stork wird Radprofi

Florian Stork

Nachwuchs-Talent Florian Stork wird Radprofi

Von Michael Ostermann

  • Florian Stork aus Bünde wird Radprofi
  • 21-Jähriger erhält Vertrag beim WorldTour-Team Sunweb
  • Große Rundfahrten als langfristiges Ziel

Ein Traum wird wahr für Florian Stork. Der 21-Jährige aus Bünde in Ostwestfalen wird Radprofi in der WorldTour beim deutschen Team Sunweb. "Das ist definitiv ein Kindheitstraum von mir gewesen", sagt Stork dem WDR. "Und der wurde mir ein bisschen in die Wiege gelegt."

Schüler-Rennen für den RC Olympia Bünde

Sein Vater war lange Zeit Vorsitzender des örtlichen Radsportvereins RC Olympia Bünde. Mit zehn Jahren fuhr Stork seine ersten Schülerrennen und gehörte als Junior zu den Landesauswahl-Teams des Radsportverbandes NRW. 2016 fuhr er ein Jahr für das Continental-Team Sauerland und wechselte dann zum Development-Team von Sunweb, wo er nun den nächsten Schritt in die höchste Klasse des Radsports, die WorldTour, absolviert.

Radfahrer Stork erhält Profivertrag

Sportschau | 08.02.2019 | 00:48 Min.

Stork ist bereits der vierte Fahrer, den die deutsche Equipe aus dem Nachwuchs-Team zu den Profis befördert. Im Januar bei der Team-Präsentation durften sich schon Max Kanter, der U23-Weltmeister Marc Hirschi aus der Schweiz und der Niederländer Joris Nieuwenhuis als Mitglieder der Profi-Mannschaft vorstellen.

Florian Stork dagegen musste sich da noch gedulden, obwohl ihm Cheftrainer Rudi Kemna im Dezember im Trainingslager, das er gemeinsam mit den Profis absolvierte, schon angedeutet hatte, dass auch er 2019 schon mit dem Aufstieg rechnen könne.

Profi-Debüt in Italien

"Die Überlegungen gab es schon länger, dass das 2019 passiert", erzählt Stork. Nur wie und wann, das war noch unklar. "In den vergangenen Wochen hat es sich dann so entwickelt, dass es im März losgeht." Ende März gibt Stork beim Etappenrennen Settimana Internazionale Coppi e Bartali sein Debüt als Profi.

Es ist ungewöhnlich, dass ein Team einen Nachwuchsfahrer erst drei Monate nach Beginn der Saison in den Profikader stößt. Normalerweise werden Neo-Profis entweder zu Beginn des Jahres befördert oder absolvieren in der zweiten Jahreshälfte als Stagiaire eine Art Praktikum.

Stork rückt nun noch nach, weil sein Team im Trainingslager im Dezember zu dem Schluss gekommen ist, dass er das Zeug dazu hat, bei den Profis Fuß zu fassen. Auch sein fünfter Gesamtrang bei der Tour d'Alsace im vergangen Jahr hat die Teamleitung beeindruckt.

"In den letzten zwei Jahren war Florian von unschätzbarem Wert für unser Nachwuchsprogramm", sagt sein Trainer Sebastian Deckert. "Wir sind überzeugt, dass er bereit ist mit dem WorldTour Programm den nächsten Schritt zu gehen." Dieser Schritt soll jedoch behutsam erfolgen. Stork wird in diesem Jahr auch noch Rennen für die deutsche Nationalmannschaft absolvieren.

Erst mal ankommen

"Ich hoffe, dass ich es in diesem Jahr schaffe, mich an das Niveau der Rennen in der WorldTour zu gewöhnen und am Ende ganz bei den Profis angekommen bin", definiert Stork das Ziel für seine erste Profisaison. Langristig schielt er darauf, bei den großen Rundfahrten wie der Tour de France oder dem Giro d'Italia anzutreten.

Stork bringt Talente mit, die darauf hindeuten, dass er das Zeug zum Rundfahrer hat. Er ist stark im Zeitfahren und bergfest. In seiner Kindheit hat er wie so viele mit Jan Ullrich mitgefiebert. Heute tut er sich angesichts der Dopingskandale des Radsports verständlicherweise aber schwer damit, ein Vorbild zu nennen.

Bis auch Stork einmal bei der Tour de France mitfahren wird, ist es noch ein weiter Weg. Noch ist nicht abzusehen, wie weit er kommen wird auf diesem Weg, auf dem er nun die ersten Schritte machen wird. "Ich habe Vertrauen in das Team. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Sunweb junge Fahre an das Niveau in der WorldTour heranführen kann", sagt er. Ob das auch in seinem Fall so sein wird, darüber werden die nächsten Monate Aufschluss geben.

Stand: 08.02.2019, 10:56