Landessportbund: Sport im Freien und für Kindergruppen muss möglich sein

Ein Schild mit der Aufschrift "Sportanlage gesperrt" hängt an einem Geländer.

Landessportbund: Sport im Freien und für Kindergruppen muss möglich sein

Der Landessportbund NRW übt scharfe Kritik an den geplanten Neuregelungen im Infektionsschutzgesetz und fordert Nachbesserungen.

"Wir verkennen nicht den Ernst der Lage. Aber es ist einfach völlig unverständlich, warum Kinder bis 14 Jahre einerseits von den allgemeinen Kontaktbeschränkungen ausgenommen werden und es ihnen gleichzeitig verboten wird, dass sie zusammen und unter Anleitung Sport treiben", sagte LSB-Präsident Stefan Klett laut Mitteilung vom Donnerstag.

Das neue Gesetz sieht vor, dass ab einer Inzidenz von 100 nur noch kontaktloser Individualsport allein, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands erlaubt ist. "Fast täglich berichten Wissenschaftler über die dramatischen Folgen des Bewegungsmangels in der Corona-Pandemie. Dieser Zustand würde sich durch die jetzigen Formulierungen im Infektionsschutzgesetz noch verschärfen", so Klett.

Übertragungen im Freien laut Aerosolforscher äußerst selten

Daher müsse auch generell Sport im Freien möglich sein. Führende Aerosolforscher hätten zuletzt in einem offenen Brief verdeutlicht, dass Übertragungen im Freien äußerst selten seien und nie zu Clusterinfektionen führten, wie das in Innenräumen zu beobachten sei. "Die LSB-Führung setzt sich deshalb erneut dafür ein, Sport im öffentlichen Raum und auf offenen Sportanlagen unverändert zu erlauben", hieß es.

Die NRW-Coronaschutzverordnung ermöglicht derzeit - bei einem regionalen Inzidenzwert bis 100 - den Sport für Kinder bis einschließlich 14 Jahre in 20er-Gruppen und bei einem Inzidenzwert von über 100 zumindest in 10er-Gruppen. "Diese Regelung hat sich bewährt und nach unseren Informationen auch nicht zu Clusterinfektionen geführt", so Klett.

Aerosol-Forscher: Ansteckungsgefahr im Freien überschätzt Hier und heute 13.04.2021 08:55 Min. Verfügbar bis 13.04.2022 WDR

Sorgen um körperliche und seelische Gesundheit

"Wir bekommen von unseren Vereinen verstärkt die Rückmeldung, dass sie sich um die körperliche, aber vor allem ebenso die seelische Gesundheit ihrer Mitglieder sorgen. Dies betrifft nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern insbesondere auch Senioren. Solche potenziellen Langzeitschäden müssen bei der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes einbezogen werden", fügte der LSB-Vorstandsvorsitzende Christoph Niessen hinzu.

Aerosolforscher sieht Ausgangsbeschränkungen kritisch

WDR 5 Morgenecho - Interview 14.04.2021 06:34 Min. Verfügbar bis 14.04.2022 WDR 5


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Stand: 15.04.2021, 18:28