Formel-1-Pilot Hülkenberg muss sich beweisen

Nico Hülkenberg

Formel-1-Pilot Hülkenberg muss sich beweisen

  • Nico Hülkenberg bei Renault unter Druck
  • Ricciardo ist der Konkurrent im eigenen Team
  • Formel-1-Pilot aus Emmerich genießt guten Ruf

Im Freien Training hat Nico Hülkenberg schon mal die Nase vorne gehabt: Der Formel-1-Pilot aus Emmerich fuhr auf der Rennstrecke in Melbourne die siebtschnellste Zeit, vor seinem neuen Teamkollegen Daniel Ricciardo. In Australien beginnt an diesem Wochenende die Formel-1-Saison und Hülkenberg steht vor einer entscheidenden Saison. "Nicos Leistung ist jetzt erstmals wirklich messbar. Das wissen wir, das weiß er. Dieses Jahr ist für ihn Risiko und Chance zugleich", sagt Renault-Teamchef Cyril Abiteboul.

Konkurrent im eigenen Team

Das hat vor allem mit Ricciardo zu tun. Renault will in diesem Jahr näher heranrücken an die Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull. Deshalb haben die Franzosen Ricciardo verpflichtet. Der Australier ist siebenmaliger Grand-Prix-Sieger. Hülkenberg dagegen fuhr in 156 Rennen nie aufs Podest. "Aber", sagt er zurecht, "trotz dieser Geschichte bin ich immer noch da, und das sagt ja auch etwas aus."

Hülkenberg überrascht mit Platz 7

Sportschau 15.03.2019 00:52 Min. ARD

Seit Jahren gilt Hülkenberg als verhinderter Held in der Formel 1, als einer, der die Besten schlagen könnte - wenn er nur endlich ein schnelles Auto hätte. Doch 2019 wird dieser gute Ruf auf die Probe gestellt. "In gewisser Weise wird dieses Teamduell über meine Zukunft entscheiden", weiß Hülkenberg. "So einen internen Vergleich hatte ich bisher noch nicht. Daniel ist einfach eine sehr gute Referenz."

Vertrag läuft aus

Der Vertrag des Rheinländers endet nach der Saison, eine deutliche Niederlage gegen Ricciardo wäre Gift für die Verhandlungen über einen Verbleib. Allerdings wirkt Hülkenberg nicht gestresst in diesen Tagen, der 31-Jährige sieht vor allem die Möglichkeiten, die sich im dritten Jahr mit Renault bieten. "Ich versuche, mir selbst ein Topteam zu bauen", sagt er. Ein verständlicher Plan, nachdem der Sprung zu einem Spitzenteam teilweise knapp scheitert. So lag ihm für 2014 bereits ein Vertrag bei Ferrari vor, dann entschied sich die Scuderia doch noch für Kimi Räikkönen.

Renault war 2016 als Werksteam mit dem Ziel in die Formel 1 zurückgekehrt, an die Titelgewinne von 2005 und 2006 anzuknüpfen. Doch die Franzosen mussten quasi bei null starten. Mühsam hat man sich im vergangenen Jahr auf Rang vier der Gesamtwertung hochgearbeitet, doch die Lücke zu den Top Drei war zuletzt noch riesig. "Wenn es einfach wäre, dann könnte es jeder machen", beschwichtigt Hülkenberg, "es ist verdammt kompliziert, mehr als 1000 Leute arbeiten an einem Riesenpuzzle."

Wenn dieses zusammengefügt ist, will Renault wieder um die WM fahren. Am liebsten schon 2020. Ab Sonntag muss Hülkenberg dafür sorgen, dass er dann noch im gelben Boliden sitzen darf.

Stand: 15.03.2019, 10:38