Konstanze Klosterhalfen ist NRW-Sportlerin des Jahres

Konstanze Klosterhalfen beim 5000 Meter Lauf

Konstanze Klosterhalfen ist NRW-Sportlerin des Jahres

Von Michael Buchartz

  • Konstanze Klosterhalfen gewinnt FELIX Award
  • Drei deutsche Rekorde in 2019
  • WM-Bronze als Krönung
  • Umstrittene Teilnahme am Nike Oregon Project

Sie läuft in der deutschen Leichtathletik in einer anderen Liga. Die in den USA trainierende Leverkusenerin ist längst in der absoluten Weltklasse angekommen. Sie ist federleicht, wiegt gerade einmal 48 Kilo. Doch in ihrem Sport gilt sie als "Jahrhunderttalent der deutschen Leichtathletik" und ist zunehmend ein echtes Schwergewicht: Konstanze Klosterhalfen. Jetzt wird sie mit dem FELIX Award als Sportlerin des Jahres in NRW geehrt.

Drei deutsche Rekorde in 2019

Bei den deutschen Meisterschaften in Berlin setzte die 22-Jährige eine neue deutsche Bestmarke, als ihre Zeit beim Zieleinlauf über 5.000 Meter bei 14:26,76 Minuten stehen blieb. Um 15 Sekunden unterbot sie damit die Bestmarke von Irina Mikitenko von 1999. Weltweit waren jemals nur zwölf Läuferinnen schneller, in Europa drei. Und das in einer Disziplin, in der seit vielen Jahren die Ausdauer-Asse aus Kenia und Äthiopien vorneweg eilen. Mit dieser Rekordzeit wäre die Leverkusenerin zwei Jahre zuvor in London Weltmeisterin geworden.

Klosterhalfen erlebt 2019 deutschen Rekord und WM-Bronze Sport 13.12.2019 06:22 Min. Verfügbar bis 13.12.2020 WDR

Fünf Wochen zuvor hatte die EM-Vierte von Berlin in Stanford/USA schon ihren eigenen deutschen Rekord über 3.000 Meter in 8:20,07 Minuten pulverisiert, war fast zehn Sekunden besser als ihre alte Bestmarke und erstmals in die absolute Weltspitze gerannt.

Mitte August ließ Klosterhalfen den nächsten deutschen Rekord folgen - den dritten binnen sieben Wochen: Beim Diamond-League-Meeting in Birmingham rannte sie die Meile in 4:21,11 Minuten und blieb damit 48 Hundertstelsekunden unter der alten Bestmarke von Ulrike Bruns (4:21,59) aus dem Jahr 1985.

WM-Bronze als Krönung

Bei der WM in Doha im September wollte sie "zum ersten Mal im Finale stehen und dann alles geben, was geht", sagte Klosterhalfen im Vorfeld - und ließ ihren Worten dort Taten folgen: Nach einem couragierten Lauf im Finale über 5.000 Meter musste sie sich nur den beiden Kenianerinnen Hellen Obiri und Margaret Chelimo Kipkemboi geschlagen geben - und gewann Bronze. Es war die erste WM-Medaille einer deutschen Läuferin über diese Distanz.

Einstellung des "Oregon Project" - Nike in Nöten sport inside 13.11.2019 10:19 Min. Verfügbar bis 13.11.2020 WDR

Training in den USA

Umstritten ist Klosterhalfens Teilnahme am inzwischen aufgelösten Nike Oregon Project (NOP). Der Sportartikelhersteller Nike hatte nach der WM die Schließung des Trainingszentrums in Portland angekündigt, nachdem NOP-Chefcoach Alberto Salazar wegen Dopings für vier Jahre gesperrt worden war. Klosterhalfen trainiert dennoch künftig weiter bei ihrem bisherigen Trainer Pete Julian.

Stand: 13.12.2019, 22:25

FELIX Award 2019