Tischtennis-Profi Duda: "Der Einzel-Titel bei der DM war eine Erlösung"

Benedikt Duda jubelt über seinen Titel bei der deutschen Meisterschaft

Tischtennis-Profi Duda: "Der Einzel-Titel bei der DM war eine Erlösung"

In Tokio bei den Olympischen Spielen gewann Tischtennis-Profi Benedikt Duda aus Bergneustadt Silber mit der Mannschaft. Bei den deutschen Meisterschaften in Chemnitz räumte er beide Titel im Einzel und Doppel ab. Im WDR-Interview erzählte er von den Eindrücken der Turniere, vom Einstellen eines Rekords und von fehlendem Urlaub.

WDR: Sie waren in Tokio bei Olympia dabei und haben in der Mannschaft Silber gewonnen. Wie waren Ihre Eindrücke in Japan?

Benedikt Duda: Ich konnte aus Tokio sehr viel mitnehmen, vor allem auch von unseren Jungs. Am Ende standen zwei Medaillen, Bronze von Dimitrij Ovtcharov im Einzel und Silber mit dem Team. Das war super, auch wenn die Chinesen im Finale zu stark waren. Es war ein echtes Highlight.

WDR: Sie sind selbst nicht zum Einsatz gekommen, waren der Ersatzspieler in der Mannschaft. Zittert man als Zuschauer eventuell mehr als im eigenen Spiel?

Duda: Definitiv. Als Zuschauer fiebert man viel mehr mit. Im eigenen Spiel kommt man schnell in eine Art Tunnel, ist hochkonzentriert. Da kriegt man außen doch sehr viel mehr mit und ist anders und emotionaler bei den Spielen von den Kollegen dabei.

WDR: Ein Höhepunkt jagte den Nächsten: Sie haben am vergangenen Wochenende nach Silber in Tokio bei der deutschen Meisterschaft die Titel im Einzel und Doppel abgeräumt. Schildern Sie uns kurz, was in Ihnen da vorgegangen ist!

Duda: Ich war super erleichtert, denn ich wollte diesen Einzel-Titel unbedingt. Im letzten Jahr habe ich das Finale in einer engen Partie verloren. Daher war ich nun noch motivierter. Es war wirklich eine Erlösung, es endlich geschafft zu haben.

WDR: Sie haben mit ihrem Partner Dang Qiu zudem zum vierten Mal in Folge auch im Doppel triumphiert und einen Rekord des Bundestrainers Jörg Roßkopf mit dessen Partner Steffen Fetzner (von 1988-1991, Anm. der Red.) eingestellt. Wollen Sie jetzt den Rekord für sich alleine?

Duda: Wir wollen und werden das auf jeden Fall versuchen! Das ist schon stark, dass wir den Rekord von Steffen und Jörg einstellen konnten. Doch Dang und ich haben noch nicht genug. Wir wollen das nächstes Jahr schaffen und den alleinigen Rekord aufstellen.

WDR: Parallel zur DM laufen derzeit auch die Paralympics mit sehr erfolgreichen Tischtennis-Spielerinnen und -Spielern. Verfolgen Sie das eigentlich?

Duda: Bisher hatte ich quasi keine Zeit dazu, durch den vollen Terminkalender mit Bundesliga und DM war ich viel unterwegs. Aber ich habe mitbekommen, dass Valentin Baus Gold und Thommi Schmidberger Silber gewonnen haben. Das ist eine Wahnsinnsleistung, man kann sie nur beglückwünschen!

WDR: Sie haben die Bundesliga bereits angesprochen. Dort ist der Saisonstart mit Bergneustadt mit drei knappen Niederlagen in den ersten Partien misslungen.

Duda: Das ist ärgerlich. Wir wollten erneut die Playoff-Plätze angreifen, das können wir nun erstmal abhaken. Wir müssen sehen, dass wir erst einmal überhaupt Punkte holen.

WDR: Auch international geht es weiter. Es stehen Turniere wie die Katar Open und natürlich dann noch die WM in Houston an? Wie lauten dort ihre Ziele?

Duda: Insgesamt möchte ich mich in der Weltrangliste verbessern. Das ist natürlich das vorrangige Ziel. Ansonsten sind die Katar Open ein wichtiges Turnier, nicht nur für die Weltrangliste, sondern auch in Bezug auf die Vorbereitung der WM in Houston. Das ist nochmal ein richtiges Highlight zum Ende des Jahres im November.

WDR: Wann machen Sie eigentlich mal Urlaub und erholen sich etwas?

Duda: Das ist schwieirig und es stimmt, ich hatte noch gar keine Zeit für Urlaub. Obwohl er dringend mal nötig wäre. Ich hoffe, dass ich im Dezember mal ein, zwei Wochen komplett raus komme - wenn die Bundesliga fertig gespielt ist. Bis dahin muss ich noch durchziehen.

Das Gespräch führte Michael Buchartz

Stand: 01.09.2021, 10:37