Ruder-WM: Deutschland-Achter greift nach dem Titel-Hattrick

Der Deutschland-Achter im Trainingslager mit (v.v.n.h) Martin Sauer, Hannes Ocik, Richard Schmidt, Johannes Weißenfeld, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Christopher Reinhardt, Laurits Follert.

Ruder-WM: Deutschland-Achter greift nach dem Titel-Hattrick

  • Deutschland-Achter bei Ruder-WM in Linz
  • Team will nach Weltcup-Pleite Titel verteidigen
  • Bei der WM geht es auch um Olympia-Qualifikation

Eine Sache ließ die Crew des Deutschland-Achters in den vergangenen Wochen einfach nicht los. Zwar lag der Fokus klar auf der anstehenden WM, doch die deutliche Niederlage beim Weltcup in Rotterdam gegen Großbritannien schwirrte noch in den Köpfen umher. "Das war kein Warnschuss. Das war ein echter Treffer, der auch gesessen hat", sagte Steuermann Martin Sauer.

Bei der WM, die ab Sonntag in Linz ausgetragen wird (25.08. bis 01.09. 2019), soll nun die Antwort folgen. Sauer ist lange dabei, er kennt solche Situationen. "Entscheidend ist, dass wir mit einer entsprechend guten Leistung reagieren", forderte er zuletzt im abschließenden Trainingslager des Deutschen Ruderverbands in München. Seinen Trainingsstützpunkt hat das Flaggschiff des DRV in Dortmund.

DRV-Flaggschiff fährt als Favorit nach Linz

Eine gute Leistung wird es mindestens brauchen, um den Titel-Hattrick bei der WM perfekt zu machen. Richard Schmidt, der bereits mit Sauer 2012 Olympiasieger geworden war, formulierte deutlich das Ziel: "Als Welt- und Europameister will man den Titel verteidigen." Trotz aller Schwierigkeiten beim zweiten Platz in Rotterdam reist der deutsche Achter unweigerlich als einer der großen Favoriten nach Linz.

"Der Titel würde zeigen, welche Klasse die Mannschaft hat - bei all den Problemen, die wir hatten", sagte Sauer. Und die Vergangenheit hat gezeigt: Wenn es zur Sache ging, war auf den Achter meist Verlass. Im vergangenen Jahr spurtete das deutsche Flaggschiff in Plowdiw zu einem überzeugenden Sieg, 2017 überzeugten Sauer und Co. bei der Hitzeschlacht in Sarasota.

Siegesserie ist gerissen

Dazu legte das von Bundestrainer Uwe Bender betreute Team einen beeindruckenden Triumphzug hin. Seit Rio 2016 hatte der Achter kein Finalrennen mehr verloren - bis zum Weltcup in Rotterdam. Durch die verpatzte Generalprobe ist die Siegesserie Geschichte. Vielleicht kam der Warnschuss zur rechten Zeit. Teamkollege Schmidt gibt zu, dass "die krasse Niederlage" die Besatzung des deutschen Paradebootes "aufgerüttelt" habe. Immerhin geht es bei der WM nicht nur um Medaillen, die Olympischen Spiele in Tokio im kommenden Jahr werfen ihre Schatten voraus.

Vorlauf am Dienstag

"Das ist auf jeden Fall für alles der Antrieb", sagte Schmidt. Die Qualifikation - eine Platzierung unter den besten Fünf genügt - dürfte kein Problem werden, im vorolympischen Jahr geht es allerdings auch darum, im internationalen Vergleich ein Ausrufezeichen zu setzen. Im Vorlauf am Dienstag bietet sich dem deutschen Achter dazu die erste Gelegenheit, das Finale steht am Sonntag darauf an.

Rudern - Großbritannien lässt Deutschland-Achter klar hinter sich Sportschau 14.07.2019 03:59 Min. Verfügbar bis 14.07.2020 Das Erste

sid | Stand: 24.08.2019, 12:33