Öffnung der Sportanlagen - Vereine zwischen Warten und Restart

Tore auf dem Sportplatz

Öffnung der Sportanlagen - Vereine zwischen Warten und Restart

Von Michael Buchartz

Individualsport auf Sportanlagen unter freiem Himmel ist in NRW wieder erlaubt. Während einige Vereine noch nicht starten, gibt es andere, die bereits wieder Sport möglich machen.

Seit dem heutigen Montag ist die neue Coronaschutzverordnung in NRW gültig. Diese besagt, dass "Sport alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand auf Sportanlagen unter freiem Himmel" wieder zulässig sei. Das bedeutet jedoch nicht, dass es das auch wirklich überall gibt. Denn die Kommunen können nun, je nach lokalem Infektionsgeschehen, selbst entscheiden, ob sie die entsprechenden Stätten freigeben oder nicht. Vereine, die davon abhängig sind, warten daher erstmal ab.

Vereine abhängig bei städtischen Anlagen

So zum Beispiel beim TuS Germania Hackenbroich in Dormagen. Geschäftsführer Hans Dick betonte, dass man nun "darauf warten müsse, dass die Stadt Dormagen das Schild abhänge." Danach soll es dann möglichst schnell losgehen: "Wenn die Stadt die Freigabe erteilt, gehe ich davon aus, dass wir mit dem schon vorhandenen, etwas nachgebesserten Konzept aus dem vergangenen Herbst wieder Sport anbieten können."

Ob die städtischen Sportanlagen öffnen, steht laut Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld noch nicht fest: "Die Kollegen prüfen derzeit die Öffnung von Sportanlagen." Der Präsident des Landessportbundes, Stefan Klett, forderte bereits: "Das ist ein ganz wichtiger erster Schritt. Wir appellieren an die Kommunen, die Öffnung nun auch rasch umzusetzen." Anders als in Dormagen hat die Stadt Köln ihre Sportanlagen bereits freigegeben. "Wir setzen auf die Einhaltung der Coronaschutzverordnung durch die Sportler", heißt es auf WDR-Anfrage. Die Vereine seien nun gefragt, ihre Mitglieder zu sensibiliseren.

Lockerungen im Breitensport in NRW

Sportschau 22.02.2021 00:47 Min. Verfügbar bis 22.02.2022 ARD


Vorsicht bei Mannschaften in Zweiergruppen

Sollten neben den Tartanbahnen oder Sprungkästen, die für den Indivualsport vorgesehen sind, auch die Mannschaftsspielflächen geöffnet werden, gibt es viele Möglichkeiten zur Umsetzung von Training: Bis zu zwei Personen oder ein Hausstand dürfen maximal zusammen trainieren, zwischen den Gruppen muss ein Abstand von fünf Meter eingehalten werden. Bei einem 100 Meter langen und rund 50 Meter breiten Fußballfeld wäre es sogar denkbar, ein komplettes Team aufzusplitten und beispielsweise Passübungen durchführen zu lassen.

Da jedoch sieht Dick vom TuS Hackenbroich noch einiges an Risiko: "Es kommt automatisch durch Unachtsamkeit mal zu Vermischung und dem Unterschreiten der Abstände. Auch weil man sich länger nicht gesehen hat. Das halte ich für bedenklich." Für unbedenklich und umsetzbar hält er dagegen "privates, einzelnes Torschuss- oder Torwarttraining" sowie die Nutzung durch Familien wie beim Kicken von Eltern mit ihren Kindern.

Golfer sowie Kaderathleten trainieren wieder

Anders liegt die Sache beim TSV Bayer Dormagen. Der etwas prominentere Verein besitzt eine vereinseigene Anlage und ist dadurch nicht auf die Freigabe der kommunalen Sportstätten angewiesen. Zudem sind die Individualsportler beim Mehr-Sparten-Verein zu großen Teilen Mitglieder in Bundes- und den seit heute wieder erlaubten Landeskadern. Dazu ist Dormagen Olympia- und Bundesleistungsstüzpunkt. Damit fielen viele Athleten bereits vorher unter die Ausnahmeregulung. Allenfalls die nicht als Stützpunkt ausgewiesene Fußballsparte könnte mit vermehrten Anfragen zur Nutzung der Plätze rechnen.

Schon viel weiter ist man derweil auf der gegenüberliegenden Rheinseite beim Golfclub Leverkusen. Dort hatte man sich bereits vor der Öffnung mit einem klaren Konzept und Online-Terminbuchungen vorbereitet. Dadurch konnte der Golfclub direkt mit dem normalen Betrieb starten. Erste Runden sind bereits vergeben. Auf der weitläufigen Anlage dürfte das Einhalten des Abstandes kein Problem sein und darüberhinaus werden statt wie üblich vier Golfer nur zwei zusammen auf die Runde geschickt.

Für die Tennisvereine ändert sich dagegen erstmal nichts. "Wir begrüßen zwar grundsätzlich die Änderung der Corona-Schutzverordnung, die uns (theoretisch) ein Spielen auf unserer Anlage wieder ermöglicht. Praktisch ergeben sich für uns allerdings kurzfristig keine Änderungen zur bestehenden Situation, weil die Außen-Plätze erst zum Spielen aufbereitet werden müssen", teilte der TC Bayer Dormagen dem WDR mit. Man versuche deshalb, die Aufarbeitung der Außenplätze vorzuziehen.

Vereine bei Corona-Maßnahmen in der Verantwortung

Egal, ob Golfclub, Dorfverein oder Bundesleistungsstützpunkt - für die Einhaltung der Regeln sind die jeweiligen Vereine verantwortlich, kontrolliert durch das Ordnungsamt der Kommune. Wird auf den Sportstätten gegen die Corona-Maßnahmen verstoßen, erwartet neben den beteiligten Personen dann auch den Verein eine Strafe.

Diese kann bei groben Verstößen auch beinhalten, dass die einzelne Sportanlage wieder geschlossen wird. Eine erneute Herausforderung für die Breitensportvereine, wie Hackenbroichs Geschäftsführer Dick zu Bedenken gibt: "Da muss dann jemand am Tor sitzen und Listen führen. Das ist ein großer organisatorischer Aufwand. Trotzdem würden wir uns freuen, wieder jemand auf der Anlage begrüßen zu können."

Stand: 22.02.2021, 13:13