Boxerin Nadine Apetz belohnt sich mit "größtem Moment der Karriere"

Boxerin Nadine Apetz

Für Olympia qualifiziert

Boxerin Nadine Apetz belohnt sich mit "größtem Moment der Karriere"

Von Jakob Halbfas

Nadine Apetz ist die erste deutsche Boxerin, die sich für Olympische Spiele qualifizieren konnte. Für dieses Ziel hat die Kölner Boxerin fünf Jahre lang hart gearbeitet und viel wegstecken müssen. Nach Tokio wartet auf die anstehende Doktorandin die nächste Challenge.

Nadine Apetz ist nach einem kräftezehrenden Turnier in Paris wieder zu Hause in Köln angekommen. Mit im Gepäck hat die 35-Jährige Boxerin ein Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio. Apetz sicherte sich die lang ersehnte Olympia-Teilnahme beim Qualifikationsturnier in Paris.

Fünf Jahre Arbeit wurden belohnt

"Ich bin einfach nur überglücklich, dass ich mich und meinen Trainer nach fünf Jahren harter Arbeit belohnen konnte. Das war einfach der größte Moment meiner Sportkarriere", berichtet Apetz im Gespräch mit dem WDR.

Boxerin Nadine Apetz über den "größten Moment ihrer Karriere"

Sportschau 11.06.2021 01:02 Min. Verfügbar bis 11.06.2022 ARD


Das Ticket hatte die Boxerin vom SC Colonia 06 Köln zwar schon am Samstag in der Tasche, da das Turnier aber nahtlos weiterging und Apetz noch bis Dienstagabend im Ring stand, ist der große Traum auch einige Tage danach noch immer nicht so richtig bei ihr angekommen.

"Ich glaube, dass ich das erst in den nächsten Tagen so richtig realisieren kann", erzählt Apetz und ergänzt: "Ich habe, als ich zu Hause angekommen bin, meinen Briefkastenschüssel beim Nachbarn abgeholt und ihm erzählt, dass ich mich qualifiziert habe. Da habe ich gleich wieder Tränen in die Augen bekommen."

Weltergewicht in Tokio zum ersten Mal olympisch

Nadine Apetz hat lange für ihren großen Traum gekämpft. Ihre Gewichtsklasse - das Weltergewicht (bis 69 Kilo) - ist in Tokio das erste Mal olympisch. Umso größer ist die Erleichterung, die nun von ihr abfällt. "Mir ist ein Stein in der Größe vom Mount Everest von den Schultern gefallen", sagt Apetz.

Eigentlich wollte sie den Boxhandschuh schon 2020 an den Nagel hängen. Doch dann kam die Corona-Pandemie, die Olympischen Spiele wurden verlegt und das Ziel musste um ein Jahr aufgeschoben werden. "Gerade nach diesem Jahr, mit dem ganzen Bangen und den Verschiebungen bin ich einfach nur glücklich."

Wie schon 2016 hat Nadine Apetz dabei in der Box-Szene für ein Novum gesorgt. Damals war sie die erste deutsche Frau, die eine WM-Medaille gewann - heute ist sie die Erste, die sich für Olympische Spiele qualifizieren konnte. "Darauf bin unfassbar stolz. Ich hoffe, dass ich damit ganz viele junge Mädchen inspirieren kann, dem Boxsport eine Chance zu geben und vielleicht in meine Fußstapfen zu treten", sagt Apetz.

Ziel ist eine olympische Medaille

Auch nach Tokio hat die angehende Doktorandin noch viel vor. Ihre Promotion in der Biologie, die Apetz in den letzten Monaten hinten anstellen musste, will die Kölnerin im Herbst wieder voll in Angriff nehmen. "Eine Olympia-Vorbereitung ist auch so schon stressig genug. Wenn ich aus Japan zurück bin, werde ich mich dann ganz in Ruhe mit 100 Prozent darauf konzentrieren", sagt Apetz.

Nadine Apetz will in Tokio eine Medaille

Sportschau 11.06.2021 00:14 Min. Verfügbar bis 11.06.2022 ARD


Aber erst einmal liegt der Fokus auf Tokio und den Olympischen Spielen. Schon Ende Juni geht es für Nadine Apetz nach Japan. Anfang August steht sie dann im Ring und hat die Medaillen fest im Visier. "Ich werde alles dafür geben, dass ich das Finale erreiche. Ich will unbedingt auf das Podium."

Stand: 10.06.2021, 19:19