Kölner Boxerin Apetz gewinnt beim Heimspiel Silber

Nadine Apetz beim Boxkampf

Kölner Boxerin Apetz gewinnt beim Heimspiel Silber

  • Nadine Apetz holt beim "Cologne Boxing World Cup" Silber
  • Karriere wegen Olympia 2020 verlängert
  • 32-Jährige promoviert in Neurowissenschaften

Nadine Apetz ist eine Spätstarterin: Erst mit 21 Jahren begann sie mit dem Boxen. Elf Jahre später ist die Kölnerin zweimalige WM-Bronze-Gewinnerin. Nebenbei promoviert sie in Neurowissenschaften. Am Wochenende kämpfte Apetz beim "Cologne Boxing World Cup", dem Nachfolge-Turnier des Chemiepokals in Halle an der Saale. Im Interview mit dem WDR sprach sie im Vorfeld über das neue Turnier, ihr großes Ziel Olympia 2020 und wie sie Promotion und Sport vereinbart.

wdr.de: Frau Apetz, wie fühlt es sich an, als Kölner Boxerin bei einem großen internationalen Boxturnier in Köln anzutreten?

Nadine Apetz: Es war schon ein bisschen surreal, als wir mit dem riesen Reisebus aus dem Trainingslager in Kienbaum hier nach Köln gefahren sind, weil wir ja quasi nach Hause gefahren sind. Aber es ging eben nicht in die eigenen vier Wände, sondern ins Hotel. Jetzt kommt langsam Wettkampfstimmung auf und wir freuen uns riesig darauf.

Apetz - "Bin hier, um Gold zu gewinnen" Sportschau 10.04.2019 00:19 Min. Verfügbar bis 10.04.2020 Das Erste

wdr.de: Sie boxen für den SC Colonia 06, den ältesen und erfolgreichsten Amateurboxverein Deutschlands. Es gibt eine lange Boxtradition nicht nur in Köln, sondern in ganz NRW. Trotzdem hat man in der öffentlichen Wahrnehmung das Gefühl, im olympischen Boxen ist in NRW nicht viel los. Erwarten Sie durch das Turnier einen Aufschwung für das olympische Boxen in Nordrhein-Westfalen?

Nadine Apetz: Natürlich, und nicht nur für Nordrhein-Westfalen. Ich hoffe auch deutschlandweit. Das olympische Boxen hängt ja seit Jahren unberechtigterweise dem Profiboxen so ein bisschen hinterher. Wir sind aber, was die Leistung oder die Performance angeht, dem Profiboxen in keinsterweise unterzuordnen. Wenn überhaupt, sind wir sogar ein bisschen besser. Also, ich glaube, es wird hochqualitatives Boxen zu sehen geben in den nächsten paar Tagen. Und ich hoffe natürlich, dass der ein oder andere FC-Fan vielleicht noch eine zweite Leidenschaft entwickelt, und sich ein paar Menschen mehr dafür interessieren, was wir machen.

wdr.de: Sie haben nie am Chemiepokal teilnehmen können, weil es dort keine Frauenwettbewerbe gab, aber Sie sind auch Athletensprecherin. Wie denken denn die Athleten über diesen Ortswechsel? Kann man den Spirit des Chemiepokals so einfach hinüberretten nach Köln?

Nadine Apetz: Ich glaube nicht, dass das der Versuch ist, den Chemiepokal zu verlegen, sondern etwas Neues zu schaffen, was ebenbürtig ist und hoffentlich bald auch so eine Tradition haben wird wie der Chemiepokal.

Teil zwei: "Der Doktor kann warten, Boxen hat Priorität."

Stand: 14.04.2019, 19:12