Ärger mit Anwohnern - Kölner Baseball- und Softballklub droht das Aus

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Ärger mit Anwohnern - Kölner Baseball- und Softballklub droht das Aus

Weil sich vereinzelte Anwohner im Stadtteil Müngersdorf über den vermeintlichen Lärm beschwerten, müssen die Cologne Cardinals eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Entweder sie schränken ihre Nutzungszeiten stark ein oder sie haben keine Anlage mehr zur Verfügung.

Der Kölner Sport steht vor einem Problem. Die Cologne Cardinals, der größte und erfolgreichste Baseball- und Softballverein in Deutschland, könnte vor dem Aus stehen, weil sich Anwohner im Stadtteil Müngersdorf über den Lärm der Sportler beschweren, der vom alten Reitstadion ausgehen soll.

Auch erfolgreiche Tests nutzen nichts

"Wir haben seit einigen Jahren das Gespräch mit den Anwohnern, der Politik , der Verwaltung und dem Besitzer der Anlage, der Kölner Sportstätten GmbH, gesucht und versucht, dem Beschwerdeführer entgegenzukommen", sagt der Vorsitzende des Klubs, Georg Apfelbaum, auf der Vereins-Homepage. So gab es trotz Lärmmessungen, die keine Belästigung ergaben, immer mehr Auflagen für die Cardinals.

Und nun gibt es einen neuen Mietvertrag, der das Ende für den Baseball- und Softballverein bedeuten könnte. Denn der wurde auf Grundlage einer Baugenehmigung aus dem Jahr 2001 geschlossen, die zur Folge hätte, dass der Klub alle Senioren- und Juniorenmannschaften abmelden muss. "Seit mehreren Jahren teilen wir der Stadt und der Kölner Sportstätten GmbH die Nutzungszeiten mit - nie waren sie ein Problem und wir wurden nie aufgefordert, sie anzupassen", so Apfelbaum.

Sportamt handelt nach dem Motto "Friss oder stirb'"

Doch plötzlich will die Behörde die Nutzungszeiten stark einschränken. Und das vor allem am Wochenende. Dadurch wäre eine Teilnahme am Spielbetrieb unmöglich. "Unter vier Augen wird häufig davon geredet, dass es gar nicht um uns, sondern um die Anzahl der Veranstaltungen im Sportpark Müngersdorf geht. Statt eine Nutzungserweiterung für das Baseballstadion zu beantragen, die der Nutzung in den vergangenen 35 Jahren entspricht und lärmtechnisch kein Problem darstellen sollte, wird einigen wenigen Anwohnern entsprochen, um zu verhindern, dass es zu Einschränkung im RheinEnergie Stadion kommt", mutmaßt Apfelbaum: "Wir sehen uns natürlich als Teil des Sportparks Müngersdorf, aber wir können nicht den Verein auflösen, um einen Anwohner zufriedenzustellen."

Das Sportamt hat den Cardinals nun ein Ultimatum gestellt. Bis zum 31. Juli ist der Mietvertrag zu unterschreiben oder die Forderungen müssen schriftlich bestätigt werden, ansonsten stehe die Anlage ab August nicht mehr für den Verein zur Verfügung. "Das würde bedeuten, dass wir sofort einpacken könnten und über 250 Aktive ihren Sport nicht mehr ausüben können", ärgert sich Apfelbaum. "Statt dem Sport zu helfen, werden immer mehr Steine in den Weg gelegt."

Petition soll helfen

Mittlerweile wurde eine Petition gestartet, um den Verein doch noch vor dem Aus zu bewahren. Auf der Seite openpetition.de sammelt der Klub Unterschriften von Unterstützern: Melden sich mindestens 5.000 Personen, fordert der Betreiber die Behörden zu einer Stellungnahme auf.

sho | Stand: 27.07.2021, 11:50