Die großen Pläne für das Lohrheidestadion in Wattenscheid

Lohrheidestadion in Wattenscheid

Die großen Pläne für das Lohrheidestadion in Wattenscheid

Von Volker Schulte

  • Ausbaupläne für das Lohrheidestadion in Wattenscheid
  • Das Stadion soll zentraler Leichtathletik-Standort NRWs werden
  • Auch die Fußballer könnten profitieren

Nordrhein-Westfalen verfügt derzeit über kein Stadion, das für die Austragung einer Deutschen Leichtathletikmeisterschaft geeignet wäre. Zum Titel "Sportland", mit dem sich das bevölkerungsreichste Bundesland gerne vermarktet, passt das nur wenig. Jetzt könnte das Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid profitieren.

Neue Tribüne nötig

"Es gibt glücklicherweise ein großes Interesse der Stadt Bochum, unseres Vereins, des Landes und hoffentlich auch des Bundes, das Lohrheidestadion so auszubauen, dass es die Auflagen erfüllt", sagte Michael Huke, Manager des TV Wattenscheid 01, zu WDR.de. Der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) hat die Anforderungen erhöht, die ein Stadion für die Einteilung in die höchste Kategorie 1a erfüllen muss. Unter anderem sind mindestens 10.000 überdachte Sitzplätze nötig, in der Lohrheide sind aber derzeit nur 5.033 der 16.233 Ränge Sitzplätze.

Ausbau-Kosten bei ca. 20 Millionen Euro

Nadja Kampschulte (TV Wattenscheid) 2012 im Lohrheidestadion

Nadja Kampschulte (TV Wattenscheid) 2012 im Lohrheidestadion

Die NRW-Landesregierung bestätigte ein generelles "großes Interesse an der Leichtathletik" und Gespräche über einen Ausbau in Wattenscheid Ende August. Huke schätzt den Zeitraum der Ausbauarbeiten auf vier bis fünf Jahre und die Kosten auf 15 bis 20 Millionen Euro. Das Lohrheidestadion war bereits 2002, 2005 und 2012 Austragungsort der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. In Wattenscheid ist zudem ein Teilbereich des Olympiastützpunkts Westfalen beheimatet.

Fußballer mit Profi-Ambitionen

Auch die Regionalliga-Fußballer der SG Wattenscheid 09 könnten profitieren. Seit dem Einstieg eines Hamburger Start-Ups, das in drei Jahren fünf Millionen Euro investieren will, gedeihen Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr in den Profifußball. Da passen die Ausbaupläne gut ins Konzept - auch wenn die Laufbahn zwischen Spielfeld und Zuschauerrängen bestehen bliebe.

Ehemals große Leichtathletik-Arenen wie in Köln, Düsseldorf und Duisburg haben in den vergangenen Jahren reinen Fußball-Arenen weichen müssen. In Deutschland gibt es derzeit nur fünf Leichtathletik-Stadien der 1a-Kategorie: Berlin, Nürnberg, Erfurt, Braunschweig und Kassel.

Stand: 15.08.2018, 15:27