Siebenkämpferin Schäfer in Ratingen unter Druck

Carolin Schäfer beim Mehrkampf-Meeting in Götzis

Siebenkämpferin Schäfer in Ratingen unter Druck

  • In Ratingen kämpft die Leichtathletik-Elite um die letzten EM-Plätze.
  • Die Favoriten Schäfer und Kazmirek müssen sich steigern.
  • Routinier Arthur Abele hofft auf gelungenes Comeback.

Die deutschen Mehrkampf-Asse wollen bei der Generalprobe am Wochenende (16./17.06.2017) in Ratingen die Katerstimmung vertreiben und sich Mut für die Europameisterschaften im August in Berlin holen. Denn bei der ersten EM-Qualifikation vor drei Wochen in Götzis erlebten die drei WM-Medaillengewinner von 2017 bittere Stunden.

Allen voran Rico Freimuth, der wegen "mentaler Müdigkeit" aufgab und zur Überraschung aller die Saison vorzeitig beendete. Während von ihm also der Druck erstmal abgefallen ist, verspürt Carolin Schäfer diesen umso deutlicher.

Schäfer nach Fauxpas in Götzis besonders motiviert

Die Vizeweltmeisterin produzierte in Götzis gleich drei ungültige Versuche im Kugelstoßen und muss die EM-Norm von 6.000 Punkten noch schaffen. "Es hat bei mir den Schalter umgelegt: Ich bin jetzt umso motivierter und hungriger, wieder das zu zeigen, was ich kann", sagte die 26-jährige Frankfurterin zu ihrem Fauxpas.

Auch Bundestrainer Wolfgang Kühne zweifelt nicht, dass sie sich im zweiten Anlauf das EM-Startrecht sichert. Immerhin sei sie "eine der besten Siebenkämpferinnen der Welt".

Wenn Schäfer ohne Patzer durchkommt, dürften vier weitere Athletinnen die zwei übrigen EM-Startplätze unter sich ausmachen. Dazu gehören neben der Leverkusenerin Mareike Arndt auch Louisa Grauvogel von der LG Saar - beide haben die Qualifiktionsnorm bereits überboten. Weitere Anwärterinnen sind Celina Leffler (Koblenz) und Anna Maiwald (Leverkusen).

Kazmirek will Ratingen "rocken"

Zufrieden war auch der WM-Dritte Kai Kazmirek in Götzis nicht. Er löste mit 8.329 Zählern zwar das EM-Ticket, dürfte aber mit einer solchen Punktzahl nur schwerlich auf dem angestrebten Medaillenrang landen. "Es ist Zeit, Ratingen zu rocken und in Form für die EM zu kommen", kündigte der 27 Jahre alte Leichtathlet der LG Rhein-Wied kämpferisch an.

Und dann wäre da noch Routinier Arthur Abele. Der 31-jährige Ratingen-Sieger von 2016 will es bei seinem Comeback nach zahlreichen Verletzungen und dem Aus vor der WM 2017 noch einmal wissen.

Auch internationale Größen am Start

Von den internationalen Größen haben sich in Ratingen unter anderem Zehnkampf-Weltmeister Kevin Mayer (Frankreich) sowie der WM-Vierte von London Janek Oiglane (Estland) angekündigt. Bei den Frauen zählt die Österreicherin Ivona Dadic, Hallen-WM-Zweite von Birmingham 2018, zu den stärksten Siebenkämpferinnen im Feld.

cl/dpa | Stand: 14.06.2018, 11:19