Lise Petersen - mit 16 Jahren das deutsche Küken bei den Paralympics

Lise Petersen

Lise Petersen - mit 16 Jahren das deutsche Küken bei den Paralympics

Von Cora Lanzerath

Für Lise Petersen geht mit der Paralympics-Teilnahme ein Traum in Erfüllung - und das früher als gedacht. Denn die für Bayer Leverkusen startende Speerwerferin ist gerade einmal 16 Jahre alt und damit die jüngste Deutsche im Tokio-Team.

Mit einem Jahr Verspätung haben am Dienstag die Paralympischen Spiele in Tokio begonnen. Während für viele Athleten die Verschiebung eine quälend lange Wartezeit bedeutete, war sie für Lise Petersen überhaupt erst die Chance, ins Team zu kommen. Die Leichtathletin, die für den TSV Bayer 04 Leverkusen startet, ist mit ihren 16 Jahren die jüngste Deutsche im Tokio-Team. "Die wäre ja im vergangenen Jahr im Leben nicht mitgefahren", sagte Karl Quade, zum 13. Mal Deutschlands Chef de Mission.

Selbst in diesem Sommer kam die Nominierung für Petersen mehr als überraschend. Die Speerwerferin verfolgte mit ihrer Familie den Livestream zur deutschen Kader-Nominierung, als plötzlich ihr Name auf dem Bildschirm erschien. Petersen konnte ihre Freudentränen nicht zurückhalten, schließlich ging für sie damit ein lange gehegter Traum in Erfüllung. Und das früher als gedacht, denn eigentlich hatte die 16-Jährige die Paralympics 2024 in Paris im Visier. "So wirklich realisiert habe ich es immer noch nicht", sagte die Nachwuchsathletin noch kurz vor ihrem Abflug nach Tokio.

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Seit jeher eine Sportskanone

Lise Petersen fehlt von Geburt an der linke Unterarm. Eingeschränkt hat sie das aber nie. "Lise hatte schon immer den unbedingten Willen Dinge zu schaffen", erklärte ihr Vater Jan in einem Interview mit dem NDR. In ihrer Kindheit spielte sie Handball und Schlagzeug, ehe sie zur Leichtathletik kam. Hier hat sie neben Speerwerfen auch schon in anderen Disziplinen Erfolge gefeiert - etwa im Weitsprung, Kugelstoßen und 100-Meter-Sprint.

Um ihrer sportlichen Karriere einen weiteren Schub zu geben, verließ die Schülerin schon früh ihr Elternhaus in Flensburg. Sie wechselte auf das Sportinternat in Leverkusen, das an den erfolgreichsten Bundesstützpunkt Para Leichtathletik in Deutschland angeschlossen ist. Dieser Schritt hat sich für Lise und ihre Trainerin Sarah Grädtke mit der Paralympics-Nominierung nun bereits ausgezahlt.

Persönliche Bestweite als Ziel

Dass sie mit ihren 16 Jahren überhaupt in Tokio dabei sein kann, ermöglicht eine Sonderregelung des Internationalen Paralympischen Komitees. Damit sollen ausgewählte Nachwuchssportler für ihre herausragenden Leistungen belohnt werden. Petersen startet bei den Paralympics in der Startklasse F 46 für einseitig Armbehinderte. Ihre Bestleistung mit dem 600g schweren Speer liegt bei 34,79m.

Diese Weite möchte sie bei den Paralympics angreifen, wie sie erklärte. Eine feste Platzierung habe sie sich aber nicht vorgenommen. Vielmehr will sie sich in Tokio "ein bisschen was von den Großen abgucken", so Petersen. Sportlich kann die Leichtathletin da sicher noch etwas lernen. In Sachen Ehrgeiz, Energie und guter Laune ist sie aber jetzt schon ganz vorne mit dabei.

Paralympics - die besseren Spiele

WDR 5 Sport inside – der Podcast: kritisch, konstruktiv, inklusiv 21.08.2021 57:08 Min. Verfügbar bis 15.08.2041 WDR 5


Download

Stand: 24.08.2021, 12:20