Klosterhalfen - ein Rekord und viele Fragen

Läuferin Konstanze Klosterhalfen schlägt nach ihrer neuen Rekordzeit die Hände über dem Kopf zusammen

Klosterhalfen - ein Rekord und viele Fragen

  • Läuferin Konstanze Klosterhalfen ist derzeit in Topform
  • Deutscher Rekord über 3.000 Meter bei Hallen-DM
  • Kritische Fragen zu ihrem Training in den USA

Konstanze Klosterhalfen feierte bei der Rückkehr nach Deutschland ausgelassen ihren Rekordlauf - auch kritische Fragen zu ihrer neuen Wahlheimat USA konnten der Leverkusenerin die Laune nicht verderben.

"Ich kann nur sagen, was ich weiß. Jeden Hustensaft, jede Schnupfentablette muss ich meinem Trainer schicken, damit er die Inhaltsstoffe abchecken kann", sagte Klosterhalfen, nachdem sie bei der Hallen-DM in Leipzig den deutschen Rekord über 3.000 m auf 8:32,47 Minuten verbessert hatte.

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Sportschau 16.02.2019 01:01 Min. ARD

Umstrittenes Training in den USA

Seit Ende 2018 trainiert die große deutsche Lauf-Hoffnung bei Pete Julian, Assistenztrainer im weltberühmten, aber wegen Dopingverdächtigungen auch umstrittenen "Nike Oregon Project" in der Nähe von Portland.

Und auch, wenn Klosterhalfen offiziell nicht Teil der hochkarätigen Gruppe um Coach Alberto Salazar ist, sieht sie sich seit ihrer Entscheidung mit dem schlechten Ruf des ehemaligen Weltklasse-Marathonläufers konfrontiert. Salazars ehemalige Läuferin Kara Goucher wirft ihm vor, sie zur Einnahme verbotener Mittel genötigt zu haben.

Starke Leistungen

Unbestritten ist, dass Klosterhalfen nach ihrem Wechsel in die USA in Topform ist. Ihren eigenen Rekord aus dem Vorjahr unterbot sie in Leipzig um mehr als drei Sekunden. Eine Woche zuvor hatte sie in New York die deutsche Bestmarke über die Meile auf 4:19,98 Minuten verbessert.

Für Klosterhalfen ist dies das Ergebnis hervorragender Bedingungen und harter Arbeit. "Die Trainingsstruktur ist schon anders. Die Tempoeinheiten sind intensiver, das sind Athleten, die nochmal auf einem anderen Niveau trainieren", sagte die Leverkusenerin, die am Montag ihren 22. Geburtstag feiert.

DLV äußert sich zurückhaltend

Der Deutsche Leichtathletik-Verband äußerte sich nur vorsichtig zum neuen Weg seines Toptalents im Langstreckenbereich. "Es ist natürlich ein mutiger Schritt, aber ihre Entscheidung und die des Managements", sagte DLV-Generaldirektor Sport Idriss Gonschinska und verwies darauf, dass Klosterhalfen im Pool der regelmäßig kontrollierten Top-Athleten ist.

"Es gilt die Unschuldsvermutung", sagte Bundestrainer Sebastian Weiß, früher auch der Heimtrainer Klosterhafens, der sie noch betreut, wenn sie in Deutschland ist. Man gehe derzeit davon aus, "dass alles sauber ist".

Auf die Hallen-EM in Glasgow Anfang März bereitet sich Klosterhalfen in Deutschland vor. Nach der Freiluft-WM in Doha Ende September soll eine Entscheidung fallen, ob Klosterhalfen, die die "Weltspitze" anpeilt, weiterhin in den USA trainiert.

dpa/sid | Stand: 17.02.2019, 13:07