Klosterhalfen im WM-Jahr einfach nicht zu stoppen

Konstanze Klosterhalfen nach ihrem Sieg über die Meile in Birmingham.

Klosterhalfen im WM-Jahr einfach nicht zu stoppen

  • Klosterhalfen knackt deutschen Rekord über die Meile
  • Leistungssteigerung nach Wechsel nach Portland
  • Nun WM-Vorbereitung in der Schweiz

Auch am Gate auf dem Flughafen in Birmingham hatte es Konstanze Klosterhalfen eilig. "Mein Flieger nach Zürich ist schon aufgerufen. Aber fünf Minuten sind schon noch drin", sagte Deutschlands Riesen-Lauftalent am Montag (19.08.2019) und lachte.

"Koko" musste sich sputen. Dabei hatte sie ihr Ziel eigentlich schon am Sonntag erreicht: Sieg beim Diamond-League-Meeting über die Meile. In 4:21,11 Minuten blieb sie 48 Hundertstel-Sekunden unter der fast 34 Jahre alten nationalen Bestmarke von Ulrike Bruns. "Ein Rekord ist immer schön. Ein Sieg auch. Ich denke, das geht auf jeden Fall in die richtige Richtung", sagte die die 22-Jährige von Bayer Leverkusen nach ihrem ersten Sieg auf der Königsklassen-Tour des Weltverbandes IAAF.

Wechsel nach Portland zeigt Wirkung

Im vorigen Jahr schloss sich Klosterhalfen dem Nike-Oregon-Projekt des umstrittenen Alberto Salazar an. In Portland läuft alles nach Plan. Das Training in ihrer Wahlheimat mit anderen Athleten bei Coach Pete Julian zeigt schon seit Jahresbeginn Wirkung und "macht total Spaß. Es ist eine neue, große Herausforderung", meinte Klosterhalfen.

"Pete hat ein gutes Gefühl dafür, mich zu pushen. Er sieht genau, wie weit er gehen kann - bis an meine Grenzen und darüber hinaus." Das schaffte sie auch im Wettkampf immer besser: Sechs deutsche Rekorde auf den Mittelstrecken hat Klosterhalfen im WM-Jahr 2019 schon verbessert, einige pulverisiert. Drei Hallenrekorden im Winter (1.500 Meter, Meile, 3.000 Meter) folgten drei Bestmarken im Stadion: über 3.000 Meter, beim grandiosen 5.000-Meter-Triumph in Berlin - und nun über die Meile (1.609 Meter).

Weiß: "Tendenz geht zu 5.000 Metern"

"Sie ist in Top-Form. Bei der WM kann sie ganz vorne mitlaufen", sagte ihr langjähriger Heimtrainer Sebastian Weiß. "Die Tendenz geht zu den 5.000 Metern, da sie neben ihrer herausragenden Ausdauer auch den nötigen Schlussspurt für diese Strecke hat", betonte der Bundestrainer. "In punkto Tempohärte hat sie einen großen Schritt gemacht. An ihrer Kraft und Schnelligkeit wird weiter forciert gearbeitet", erklärte Weiß, der Klosterhalfen sechs Jahre trainiert hat.

In St. Moritz bereitet sie sich auf die WM (27. September bis 6. Oktober) in Doha (Katar) vor. Dort wird sie entweder über 1.500 oder 5.000 Meter antreten - einen Doppelstart lässt der Zeitplan nicht zu. "Als Favoritin sehe ich mich auf keinen Fall", versichert Klosterhalfen. Auf ein Auftritt beim ISTAF (1. September) ist nicht drin, da sie bei beiden Finals der Diamond League startet: am 29. August in Zürich und am 6. September in Brüssel.

Die Finals - 5.000 Meter der Frauen: die letzte Runde Sportschau 03.08.2019 01:41 Min. Verfügbar bis 03.08.2020 Das Erste

dpa/red | Stand: 19.08.2019, 16:01